ZEW-Präsident Achim Wambach zur Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises

Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis geht an Paul Milgrom und Robert Wilson. Die US-Ökonomen erhalten diesen für ihre Forschung zur Theorie von Auktionen. Prof. Achim Wambach, Ph.D., Präsident des ZEW Mannheim, nimmt dazu Stellung.

Marktdesign am ZEW

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„Paul Milgrom und Robert Wilson haben maßgeblich die Theorie von Auktionen und deren Anwendung geprägt. Sie haben das Design der ersten Frequenzauktion in den USA mitentwickelt, die im Jahr 1993 durch die US-amerikanische Telekommunikationsregulierungsbehörde durchgeführt wurde. Damit haben sie Standards für die Versteigerung von Telekommunikations-Frequenzen gesetzt, die weltweit angewandt werden. 

Auktionen spielen nicht nur bei der Zuteilung von Frequenzen eine herausragende Rolle. Sie sind zentraler Bestandteil vieler Märkte. Sowohl die öffentliche als auch die private Beschaffung ist überwiegend über Auktionen organisiert. Staatsanleihen werden per Auktionen vergeben und auch der Energiemarkt basiert darauf. Auch bei der Ausschreibung von Erneuerbaren Energien spielen Auktionen eine zentrale Rolle.

Durch Auktionen lässt sich die Zuteilung von knappen Ressourcen schnell und effizient organisieren. Nicht zuletzt haben sich Auktionen dadurch zu einem Allzweckinstrument der Regulierung entwickelt. Eines der wesentlichen Erkenntnisse der beiden Nobelpreisträger war, dass es bei der Umsetzung der Theorie in die Anwendung auf die Details des einzelnen Marktes ankommt. Eine Auktion, die gut für Staatsanleihen funktioniert, kann für Vergabe von Frequenzen gänzlich ungeeignet sein. Besonders in der Beschaffung kommt es auf die richtige Ausgestaltung der Auktion an, denn die reine Vergabe an den Lieferanten mit dem geringsten Preis würde für viele unerwünschte Effekte sorgen.

Das ZEW Mannheim forscht an einem eigenen Forschungsbereich „Marktdesign“ zu Auktionen und unterstützt Anwender bei der Gestaltung von Auktionen.“