Aufgrund verschiedener Renten-Reformen, die darauf abzielten, den demographischen Druck auf umlagefinanzierte Rentensysteme zu reduzieren, wurden in Deutschland wie in einigen anderen Ländern steuerliche Anreize für private Sparleistungen zur Altersvorsorge gesetzt. Häufig werden jedoch Bedenken geäußert, dass gerade diejenigen, die am stärksten auf private Sparleistungen fürs Alter angewiesen wären, trotz starker Anreize seltener mithilfe steuergeförderter Altersvorsorgeverträge sparen als wohlhabendere Haushalte. Das hätte zur Folge, dass die steuerliche Begünstigung von Altersvorsorgeverträgen vor allem den Wohlhabenderen zugutekäme. Die Maßnahme würde somit ihr eigentliches Ziel – die Sparleistungen ärmerer Haushalte zu erhöhen – verfehlen. Ziel des Projektes ist es, diese Verteilungseffekte steuergeförderter Altersvorsorgeverträge mithilfe des deutschen Tax Payer Panels zu untersuchen. Das deutsche Tax Payer Panel ist ein administrativer Einkommensteuerdatensatz, der die Jahre 2001 bis 2014 umfasst. Die Daten enthalten alle Angaben, um förderberechtigte Personen innerhalb der deutschen Riesterrente zu identifizieren und deren individuellen Steueranreiz zu berechnen. Wir ergänzen die Daten außerdem um Simulationen hypothetischer Steuervorteile für Steuerzahler, die bisher noch nicht Riester-sparen. Mithilfe dieser Simulationen können wir Verteilungen aus einer hypothetischen Welt, in der alle förderberechtigten Haushalte sparen, mit der tatsächlich beobachteten Verteilung vergleichen. Darüber hinaus sind wir vor allem auch an der Verbreitungsdynamik über die Zeit seit der Einführung sowie an der individuellen Spardynamik und den Sparercharakteristika interessiert. Die Panelstruktur des Datensatzes ermöglicht hier beispielsweise Aussagen darüber, ob Haushalte aufhören zu sparen oder auch darüber, ob Anpassungen an Einkommensveränderungen vorgenommen werden.