Unternehmen zahlen Steuern auf ihre Gewinne und das eingesetzte Kapital. Soweit sie im Wettbewerb um hoch qualifizierte Arbeitnehmer stehen, sind sie außerdem gezwungen, diese Arbeitnehmer für internationale Unterschiede in den Steuerbelastungen des Faktors Arbeit zu kompensieren. Daraus entstehen steuerliche Belastungen für Unternehmen, die die Attraktivität eines Investitionsstandortes beeinflussen. Die vorliegende Untersuchung präsentierte effektive Steuerbelastungen für 143 Standorte aus acht europäischen Staaten sowie den USA. Sie baute auf einer im Jahre 2001 abgeschlossenen Untersuchung auf und ergänzte sich mit einer parallel durchgeführten Studie zur steuerlichen Belastung hoch qualifizierter Arbeitskräfte. Die Studie verfolgte drei Zielsetzungen: Erstens ging es darum, basierend auf den steuerlichen Vorschriften effektive Steuerbelastungen zu ermitteln. Diese unterscheiden sich von bloßen tariflichen Steuerbelastungen insbesondere dadurch, dass sie neben den tariflichen Steuersätzen auch zahlreiche weitere Regelungen zur steuerlichen Bemessungsgrundlage berücksichtigen, beispielsweise Bestimmungen zur Abzugsfähigkeit von Zinszahlungen sowie steuerliche Abschreibungsregelungen. Zweitens wurden die so ermittelten effektiven Steuerbelastungen interregional und international verglichen, um die steuerlich attraktiven Standorte zu ermitteln. Drittens schließlich wurde der Einfluss der unterschiedlichen einbezogenen steuerlichen Regelungen auf die Effektivbelastungen anhand von Sensitivitätsanalysen untersucht. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass zwischen den betrachteten Regionen ein bedeutsames Steuergefälle besteht. Die Spannweite der effektiven Durchschnittssteuerbelastungen beträgt 23,5 Prozentpunkte. Die niedrigste Belastung weist mit 13,8 Prozent der Kanton Zug auf, die höchste mit 37,3 Prozent die Stadt Frankfurt am Main. Während Irland und die Schweiz mit vergleichsweise niedrigen Effektivbelastungen locken, weisen Standorte in Frankreich, Deutschland und den USA die höchsten effektiven Durchschnittssteuerbelastungen auf. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass dramatische Unterschiede in der steuerlichen Attraktivität der betrachteten Regionen bestehen, mit der Schweiz und Irland als besonders attraktiven Standorten. Die Studie wurde im Auftrag des «IBC BAK International Benchmark Club»® durchgeführt, der die wirtschaftliche Lage und die Qualität von Standortfaktoren in europäischen Regionen ermittelt und vergleicht. Die zentralen Kennzahlen dieser Studie wurden unter dem IBC Taxation Index zusammengefasst und veröffentlicht.

Ausgewählte Publikationen

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Lammersen, Lothar und Robert Schwager (2005), The Effective Tax Burden of Companies in European Regions, LLL:citation.label.volume 28, Physica Verlag, Heidelberg.