Die öffentliche Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zählt in den meisten OECD-Ländern zu den Kernaufgaben der Innovationspolitik. Vorrangiges Ziel dieser Politik ist es, die Innovationskraft sowie die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft auszubauen.

In Deutschland fördert der Bund über seine Projektträger die wissenschaftliche und angewandte Forschung. Die Bewertung dieser Anstrengungen hat aus ökonomischer Sicht im Kontext der Reform und Ausweitung der öffentlichen Innovationsförderung in jüngster Zeit eine zunehmende Bedeutung erfahren.

Im Rahmen eines von der OECD koordinierten internationalen Vergleichs ausgewählter Aspekte der nationalen Innovationsförderung führt das ZEW eine Analyse der Effekte, Strategien und Kooperationsmuster der direkten FuE-Projektförderung durch. Dazu wurden insgesamt 200 an FuE-Förderprogrammen beteiligte Unternehmen, die im öffentlich zugänglichen "Förderkatalog" gelistet sind, telefonisch befragt.

Das Forschungsvorhaben zielte darauf ab die Auswirkungen externer Impulse auf die Determinanten unternehmerischer FuE-Prozesse herauszuarbeiten. Am Beispiel der öffentlichen FuE-Förderung wurde untersucht, in wie weit unternehmensexterne Faktoren mit den Strategien und Fähigkeiten von Unternehmen im Bereich ihrer FuE-Aktivitäten interagieren.

Die Ergebnisse der Studie (Kurzfassung als PDF Dokument) wurden Anfang 2005 auf der Platform/OECD Konferenz in Wien präsentiert:

(a) die Zahl der direkt geförderten und von der deutschen Wirtschaft durchgeführten FuE Projekte hat von 1990 bis 2000 um 142% zugenommen. In 2003 wurden rund 4.000 FuE-Projekte in der Privatwirtschaft vom BMBF bzw. von den zuständigen Projektträgern finanziell gefördert. Das gesamte FuE-Förderbudget (BMBF) an die Wirtschaft wurdeim gleichen Zeitraum (1990-2000)um 22% aufgestockt.

(b) Grundsätzlich ist die öffentliche FuE-Förderung ein komplementäres Anreizinstrument zu privatwirtschaftlichen FuE-Investitionen. Im Durchschnitt ist in den bislang analysierten Technologiefeldern keine "Verdrängung" privater FuE-Investments zu beobachten. Dennoch variiert die Hebelwirkung der Förderung in Abhängigkeit von der geförderten Technologie z.T. erheblich.

(c) Die Mehrheit der geförderten Firmen verhält sich im Hinblick auf die Teilnahme an Förderprogrammen "reaktiv", d.h. der Impuls zur Teilnahme erfolgt häufig aus der Wissenschaft oder anderen Unternehmen.

(d) Die Forschungsförderung erlaubt es vielen Firmen nach eigenen Angaben sich frühzeitiger als ohne Fördermaßnahmen speziellen FuE-Fragestellungen zu widmen. 18% aller befragten Firmen geben an, dass die Förderung sowohl den Beginn eines FuE-Projekts als auch die Laufzeit eines FuE-Projekts beschleunigt habe.

(e) Etwa ein Viertel aller befragten Firmen gibt an, dass neu initiierte Kooperationen (mit der Wissenschaft oder Wirtschaft) auch nach Beendigung des Förderprojekts fortgeführt werden.

Weitere Ergebnisse dieser Untersuchung sowie vergleichbare internationale Analysen werden Ende 2005 von der OECD vorgestellt und publiziert.