Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass nicht nur die schiere Größe globaler Banken, sondern auch ihre Komplexität und Vernetzung zur länderübergreifenden Ausbreitung der Krise geführt hat. Während es Evidenz dafür gibt, wie sich die Krise durch direkte grenzüberschreitende Kreditvergabe und durch Interbankenmärkte verbreitet hat, ist die Rolle interner Kapitalmärkte globaler Banken noch nicht gut erforscht. Um aber adäquate Regulierungen mit dem Ziel zukünftige Krisen einzudämmen zu gestalten, ist es wichtig, die interne Funktionsweise von Banken zu verstehen. Daher hat das Projekt zum Ziel folgende Forschungsfragen zu beantworten: Wie können interne Kapitalmärkte globaler Banken charakterisiert werden? Welchen Einfluss haben unterschiedliche Ausgestaltungen interner Kapitalmärkte auf die Kreditvergabe von Tochtergesellschaften globaler Banken vor und während der Finanzkrise? Welche Auswirkungen sind auf Firmenebene zu beobachten? D.h. war es für Firmen, die nahe an eng gemanagten Banken gelegen sind, in der Krise schwerer an Kredit zu kommen im Vergleich zu Firmen im Umfeld von unabhängigeren Tochtergesellschaften globaler Banken? Und führten solche Kreditbeschränkungen zu realwirtschaftlichen Effekten (z.B. ein Rückgang an Investitionen oder bei der Beschäftigung)? Wir werden diese Fragen empirisch mittels Umfragedaten von der EBRD beantworten. Diese Daten bieten bisher nicht verfügbare Informationen über die internen Kapitalmärkte von Banken und erlauben es, einen detaillierten Überblick über die lokale Bankenlandschaft wie auch ihre Auswirkungen auf die lokale Realwirtschaft zu erhalten.