Patentboxregelungen erhielten viel kritische Aufmerksamkeit, da sie es ermöglichen, Gewinne aus geistigem Eigentum (IP) zu einem niedrigen oder sogar Null-Körperschaftsteuersatz zu besteuern, ohne eine klare Verbindung zwischen der F&E-Aktivität und dem erhaltenen Anreiz herzustellen. Die Absicht solcher Regelungen schien also nicht ausschließlich die Förderung neuer F&E-Aktivitäten zu sein, sondern auch die Ansiedlung von IP-Einnahmen aus dem Ausland.  

Die jüngsten Maßnahmen der OECD zielen darauf ab, genau dieses Verhalten zu verhindern: exzessive Steuerplanung ohne die zugrunde liegende wirtschaftliche Aktivität mit dem bloßen Ziel, die Gesamtsteuerlast zu reduzieren. Da Patentboxen mit dem Modified Nexus Approach legitimiert wurden, verbleiben sie als ein interessantes Instrument, um die Standortattraktivität von Ländern für F&E-Investitionen zu erhöhen. Aufgrund des erhöhten Erfordernisses einer substanziellen Aktivität kann es somit langfristig nicht nur zu Verlagerung von IP-Vermögenswerten sondern echter Forschungsaktivität kommen.  

Im Rahmen dieses Projektes werden die Hauptmerkmale der aktuellen (europäischen) Patentbox-Regime sowie des modifizierten Nexus-Ansatzes in zukunftsorientierte Maße der Kapitalkosten und des effektiven Durchschnittssteuersatzes bezogen. Wir bauen auf der etablierten Methodik von Devereux und Griffith auf und erweitern bestehende Arbeiten, die den Zeitraum vor der Einführung des Modified Nexus Approach abdecken. Basierend auf den Maßen der effektiven Steuerbelastung ziehen wir Schlussfolgerungen über die Standortattraktivität für Forschungsaktivität, Effektivität der Politik sowie verbleibender Steuerplanungsstrategien multinationaler Unternehmen.