Im Zuge der digitalen Transformation werden Geschäftsmodelle, Produktionsprozesse und Tätigkeiten nachhaltig verändert. Die ökonomische Literatur und öffentliche Diskussion zur „Zukunft der Arbeit“ beschäftigen sich in großen Teilen vor allem damit, wie digitale Technologien vom Menschen verrichtete Tätigkeiten substituieren können. Zum anderen fokussiert sich die ökonomische Forschung insbesondere auf Gleichgewichtseffekte auf regionalen Arbeitsmärkten durch einen tätigkeitsverzerrenden technologischen Wandel im Rahmen der Automatisierung.


Digitalisierung ist jedoch kein rein technologischer Prozess. Wenig ist bisher bekannt über die Präferenzen und Restriktionen auf Seiten der Arbeitsnachfrage und insbesondere von Entscheidungsträgern in Unternehmen. Empirisch sind sehr heterogene Digitalisierungsaktivitäten zwischen Unternehmen zu beobachten - trotz weitgehend großer Erwartungen bezüglich positiver Effekte auf die Unternehmensleistung. Die heterogen verlaufende digitale Transformation von Unternehmen findet dabei ebenfalls immer mehr Beachtung als ein möglicher Grund für ein verhaltenes Produktivitätswachstum in vielen Ländern. Gründe für eine zurückhaltende Nutzung digitaler Technologien seitens der Unternehmen können - analog zu klassischen Innovationsprojekten - finanzielle Restriktionen sein. Darüber hinaus werden zögerliche Digitalisierungsaktivitäten seitens der Unternehmen häufig mit „Awareness“ Problemen (perceptual biases) in Verbindung gebracht.


Insgesamt besteht ein großer Bedarf, die Restriktionen und Wahrnehmung von Entscheidungsträgern mit Blick auf die digitale Transformation sowie deren Präferenzen bezüglich möglicher unternehmerischer Aktivitäten zur Gestaltung des technologischen Wandels zu analysieren und besser zu verstehen. Dabei sind vor allem Anpassungen der Arbeitsnachfrage entlang verschiedener Qualifikationsniveaus, unternehmensseitige Qualifizierungsmaßnahmen und organisationale Anpassungsprozesse von Bedeutung. Ein besseres Verständnis über unternehmensseitige Restriktionen und Entscheidungsprozesse im Rahmen der Digitalisierung hilft dabei auch, auf Seiten der Politik zielgerichtete Fördermaßnahmen zur Verbreitung digitaler Technologien zu entwickeln, die für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich sind.


Ziel des Forschungsvorhabens ist es, sowohl die Rolle von Restriktionen bei der Digitalisierung von Unternehmen, als auch den Effekt der Wahrnehmung der digitalen Transformation auf unternehmensseitige Digitalisierungsprozesse bezüglich Arbeitsnachfrage, Qualifikation und Weiterbildung zu messen. Zu diesem Zwecke werden randomisierte Survey Experimente im Rahmen der ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft durchgeführt.

Projektzeitraum

01.05.2020 - 31.12.2021

Kontakt
Projektteam

Dr. Daniel Erdsiek (Leitung)
Vincent Rost
Dr. Steffen Viete (ausgeschieden)