Wie schützen wir uns in Zukunft vor Hochwasser?

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Mehr als 180 Todesopfer hat die Hochwasserkatastrophe im Juli letzten Jahres in Deutschland gefordert. Seitdem stellt sich wieder verstärkt die Frage, wie sich private Haushalte und die Politik besser auf Extremwetterereignisse vorbereiten können. In der 17. Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft • Forschung • Debatten“ spricht ZEW-Ökonom Dr. Daniel Osberghaus über technische Vorsorgemöglichkeiten für das eigene Haus, welche Vor- und Nachteile eine Versicherungspflicht in Deutschland hätte und wie andere Länder Hochwasservorsorge betreiben.

Podcast-Cover mit Portraitfoto von Daniel Osberghaus
20 Prozent der deutschen Haushalte gehen fälschlicherweise davon aus, gegen Hochwasser versichert zu sein.

„Bei weniger extremen Hochwasserereignissen helfen oft schon technisch einfach umsetzbare Möglichkeiten, die auch an Bestandsbauten durchführbar sind“, sagt Osberghaus. Zum Beispiel könne man Kellerschächte mit einer einfachen Backsteinreihe abdichten, wasserresistente Böden verlegen und Wertgegenstände in höheren Stockwerken lagern. Auch empfiehlt der Experte, Öltanks zu sichern sowie eine Rückstauklappe einzubauen, damit das Abwasser bei ansteigenden Wasserpegeln nicht durch die Kanalisation in das Haus zurückströmen kann.

Es gibt eine „Versicherungsillusion“

Nach Ansicht des Ökonomen besteht ein Problem darin, dass etwa 20 Prozent der Haushalte in Deutschland fälschlicherweise davon ausgehen, im Rahmen der Wohngebäudeversicherung vor Hochwasserschäden versichert zu sein. Für einen Schutz gegen Hochwasserschäden benötigt es aber zusätzlich eine Elementarschadenversicherung, so Osberghaus, der für eine höhere Versicherungsdichte in Deutschland plädiert. „Versicherungen führen meistens dazu, dass Gesellschaften sich schneller und effizienter von Naturkatastrophen erholen können.“

Versicherungspflicht für alle?

Auch weitergehende Maßnahmen sind aus Sicht des Umweltökonomen denkbar: „Wir am ZEW sehen durchaus die Möglichkeit einer Versicherungspflicht. Dass jeder Haushalt sich gegen Hochwasser versichern lassen muss und ein Versicherungsangebot bekommt.“ Eine zentrale Herausforderung einer solchen Versicherungspflicht sei allerdings, dass Bewohner/innen von Risikozonen mit hohen Versicherungsprämien konfrontiert wären. Für solche Fälle wäre es denkbar, dass der Staat die Prämien durch Zuschüsse bezahlbar macht.

Datum

04.02.2022

Kategorie
Themen
    Energiewende und Klimawandel