Zum zehnten Mal veranstaltete das ZEW Mannheim in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim die Jahrestagung des Mannheim Centre for Competition and Innovation (MaCCI) am 11. und 12. März 2021. In diesem Jahr fand die Konferenz zum ersten Mal online statt; mit einer Gesamtzahl von 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in 22 parallelen Sessions war dies die größte bisher organisierte MaCCI-Konferenz.

Die zehnte MaCCI-Jahreskonferenz verzeichnet trotz virtueller Ausführung Rekordzahlen von 270 Teilnehmern.
Wettbewerbsbehörden und Marktanalysen thematisierte Professor Whinston in der Keynote am ersten Tag.

Der Fokus des ersten Konferenztags lag auf verschiedenen Aspekten der Wettbewerbsanalyse. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer Panel-Diskussion zu Marktuntersuchungen in Europa, moderiert von MaCCI-Direktor Prof. Martin Peitz von der Universität Mannheim. Amelia Fletcher, Professorin an der University of East Anglia im Vereinigten Königreich, Prof. Massimo Motta von der Pompeu Fabra University und Barcelona Graduate School of Economics in Spanien sowie Prof. Alexandre de Streel von der Universität von Namur in Belgien diskutierten gemeinsam mit dem Publikum.

Wettbewerbsbehörden im Fokus der Keynotes

Darauf folgten zwei Keynotes, in denen verschiedene Aspekte der Wettbewerbsanalyse aus ökonomischer und juristischer Sicht diskutiert wurden. Wie bewerten Wettbewerbsbehörden Marktkonzentration? Sind dies gute Maße? Welche Schlüsse lassen sich aus dem gängigsten Konzentrationsmaß ziehen? Diese Fragen beantwortete Prof. Michael Whinston, Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA, in seiner Keynote zu Konzentrationsmaßen für horizontale Fusionen. Die Analyse basiert auf seiner gemeinsamen Arbeit mit MaCCI-Mitglied Prof. Volker Nocke von der Universität Mannheim. Whinston argumentierte, dass gängige Konzentrationsmaße gute Indikatoren für den Einfluss von Mergern auf die Konsumentenrente seien.

Professor Hovenkamp während seiner Keynote zu digitalen Plattformen und Wettbewerb.

Herbert Hovenkamp, Professor an der University of Pennsylvania Law School in den USA, hielt die zweite Keynote der MaCCI-Jahreskonferenz zum Thema Abhilfen für Plattform-Monopole und beschäftigte sich dabei mit den Fragen: Sind digitale Plattformen Alles-oder-Nichts-Gewinner, bei denen die Wettbewerbsbehörden einschreiten sollten, oder doch unbedenklich? Wie funktioniert Wettbewerb auf digitalen Plattformen? Und die entscheidende Frage: Falls der Wettbewerb auf digitalen Plattformen nicht funktioniert, welche Maßnahmen könnten dies beheben? In seinem Vortrag argumentierte Hovenkamp, dass große Plattformen wie Apple oder Facebook keine Alles-oder-Nichts-Gewinner seien – auch in dieser Industrie müssten Unternehmen mit verschiedensten Maßnahmen um dominante Stellungen im Markt konkurrieren.

Bisher größte MaCCI-Konferenz: 22 parallele Sessions mit 66 Präsentationen

Am zweiten Konferenztag fanden 22 parallele Sessions zu verschiedenen Themen im Bereich  Wettbewerb und Innovation statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Recht und Wirtschaft präsentierten ihre neuesten Beiträge und traten miteinander über Disziplingrenzen hinweg in Dialog. Besonderes Interesse weckten die Sessions zur in der Fachwelt derzeit intensiv diskutierten ökonomischen Theorie digitaler Plattformen. Für die Gäste brachte das Online-Format der Konferenz auch Vorteile – in diesem Jahr war es für die 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmer quer über Globus und Zeitzonen so einfach wie noch nie, zusammenzukommen.

Über MaCCI

MaCCI steht für „Mannheim Centre for Competition and Innovation“. MaCCI ist ein Forschungsverbund zwischen dem ZEW und der Fakultät für Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre der Universität Mannheim, der den Austausch zwischen Juristen/-innen und Ökonomen/-innen stärkt und damit in Fragen der Wettbewerbs-, Regulierungs- und Innovationspolitik neue Impulse gibt. Zu den Kernthemen, die im Rahmen von MaCCI untersucht werden, gehören neben vertikalen Wettbewerbsbeschränkungen, Missbrauch von Marktmacht, Fusionskontrolle und der privaten und öffentlichen Durchsetzung des Kartellrechts sowie die Regulierung des Telekommunikations- und Energiesektors.

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