#ZEWPodcast Folge 10 über Klimaneutralität durch CO2-Bepreisung

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Der Klimawandel stellt eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit dar. Um bis 2050 klimaneutral zuwerden, müssen Deutschland und Europa den CO2-Ausstoß in den nächsten Jahren erheblich reduzieren. In der zehnten Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft · Forschung · Debatten“ erklärt Prof. Dr. Sebastian Rausch, Leiter des Forschungsbereichs „Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement“ am ZEW, wie sich Treibhausgasemissionen in unserem marktwirtschaftlichen System reduzieren lassen und entwirft mehrere Szenarien für die künftige Klimapolitik.

Der aktuelle #ZEWPodcast mit Sebastian Rausch zur CO2-Bepreisung.
In der aktuellen Folge des #ZEWPodcasts spricht ZEW-Ökonom Prof. Dr. Sebastian Rausch über CO₂-Bepreisung.

„Eine ökonomische Perspektive ist für ein umfassendes Verständnis des Klimaproblems unerlässlich“, betont Rausch zu Beginn des ZEWPodcasts. Klimaschädliche Emissionen entstünden in fast allen Bereichen der Wirtschaft und des alltäglichen Lebens als unbeabsichtigte Folge des Marktgeschehens. „Das zentrale Problem besteht darin, dass die vielen Entscheidungen, die in unserem Wirtschaftssystem getroffen werden, die Kosten von Treibhausgasemissionen überhaupt nicht oder meist nur sehr unvollständig berücksichtigen“, sagt der ZEW-Ökonom. Es sei daher notwendig, Anreize zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu schaffen, die sowohl die Rolle des Marktes als Ursache der Emissionen berücksichtigen und zugleich die Kraft des Marktes für Lösungen nutzen.

CO₂-Preis beeinflusst ökonomisches Verhalten

Wie jeder andere Preis habe ein CO₂-Preis das Potential, ökonomisches Verhalten zu lenken und Entscheidungen zu beeinflussen, sagt Rausch und ergänzt: „Sie helfen den Firmen und Konsumenten zu verstehen, dass die Atmosphäre ein knappes Gut ist.“

Das 2004 eingeführte europäische Emissionshandelssystem (EU ETS) betrachtet der Ökonom in Bezug auf die Emissionsminderung als eine Erfolgsgeschichte. Die Reduktionsziele konnten mit diesem Instrument erfüllt werden und zugleich bliebe die Belastung für die Unternehmen relativ gering. Es gebe aber auch Schwierigkeiten: „Eine wesentliche Lektion, die wir gelernt haben ist, dass ein inflexibles Handelssystem mit einem fixen Angebot an Emissionszertifikaten ungeeignet sein kann, um diese langfristigen Anreize zur CO₂-Vermeidung zu entfalten“, so Rausch. Es müsse darauf geachtet werden, dass das Preisniveau auch auf lange Sicht Innovationen und Investitionen anstoße. In den vergangenen Jahren waren daher immer wieder Eingriffe wie die Einführung der Marktstabilitätsreserve notwendig, um den Preis zu erhöhen.

Verschärfte Klimaziele erfordern politische Reformen

Um die Kosten der verschärften Klimaziele zu minimieren und unbeabsichtigte Verteilungseffekte zwischen den Ländern zu vermeiden, sind nach Rausch künftig Anpassungen in der europäischen Klimapolitik notwendig. Eine Möglichkeit bestehe darin, den EU ETS auf weitere Sektoren wie den Verkehr und die Landwirtschaft auszuweiten, die momentan noch nicht vom Emissionshandelssystem umfasst sind. Ein zweites denkbares Szenario sei die Einführung eines zweiten Emissionshandelssystems, das die Sektoren der Effort Sharing Regulation (ESR) beinhaltet, sodass sich letztlich zwei europäische CO₂-Preise bilden. Abgesehen davon könne die Einführung eines europäischen CO₂-Grenzausgleichs zur Emissionsreduzierung beitragen. „Die Idee ist, dass die EU bald eine Kohlenstoffabgabe für die Einfuhr bestimmter Waren in ihren Wirtschaftsraum verlangt, insbesondere für Importe aus Ländern, in denen weniger strenge Emissionsvorschriften gelten“, so der ZEW-Ökonom. Damit könne man Wettbewerbsnachteile für europäische Produzenten zumindest teilweise reduzieren und Handelspartner dazu bringen, ihre Emissionen zu reduzieren.

Datum

28.05.2021

Kategorie
Themen
    Energiewende und Klimawandel

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