Wie groß ist die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern wirklich?

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Der 7. März 2022 markiert in Deutschland symbolisch den Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Denn berücksichtigt man die aktuelle Lohnlücke von 18 Prozent, arbeiten Frauen statistisch 66 Tage unentgeltlich. In der 18. Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft · Forschung · Debatten“ beschreibt ZEW-Ökonomin Prof. Dr. Melanie Arntz die verschiedenen Ursachen der geschlechtsspezifischen Lohnlücke. Außerdem spricht sie über den EU-Aktionsplan für Gleichstellung, das Elterngeld und die Herausforderungen der Digitalisierung.

ZEW-Ökonomin Melanie Arntz vor grauem Hintergrund.
Jungen Frauen rät ZEW-Arbeitsmarktexpertin Melanie Arntz, ihre Karriere bei der Familienplanung nicht aus dem Auge zu verlieren.

Arntz betont im Podcast, dass die unterschiedlichen Berufspräferenzen von Frauen und Männern nur eine von vielen Ursachen für die anhaltende Lohnlücke darstellen. Hinzu komme vielfach Teilzeitarbeit, mehr Erwerbsunterbrechungen wegen Kindererziehung und der Pflege Angehöriger sowie das Phänomen, dass Frauen statistisch in schlechter bezahlenden Firmen arbeiten. Auch wenn die Erwerbsbeteiligung von Frauen in den letzten Jahren stetig stieg, sei ein zentrales Problem, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der unbezahlten Arbeit groß geblieben sind. Ein möglicher Hebel ist das Elterngeld. „Ich würde es begrüßen, bei einer weiteren Reform des Elterngeldes die Vätermonate auszuweiten, um den gesellschaftlichen Wandel weiter voranzutreiben“, sagt Arntz.

Equal Pay 4.0

Der diesjährige Equal Pay Day nimmt die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in den Fokus. „Es kann gut sein, dass die Digitalisierung zu einer wachsenden Lohnlücke beiträgt“, betont die Ökonomin mit Blick auf die zukünftige Arbeitswelt. De facto sei es momentan so, dass die digitalen Fähigkeiten bei Frauen leider weniger ausgeprägt sind. Daher ist es wichtig, bei arbeitsmarktwirksamen Programmen - wenn es etwa um digitale Fähigkeiten geht - die Genderperspektive mitzudenken und Frauen in jungen Jahren aber auch entlang des gesamten Lebensverlaufs den nötigen Zugang zu eröffnen, so Arntz.

Datum

07.03.2022

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