#ZEWPodcast Folge 13 zu den ZEW-Konjunkturerwartungen

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Wie entwickelt sich die Wirtschaft in den nächsten sechs Monaten? Diese Frage versuchen die ZEW-Konjunkturerwartungen seit mittlerweile 30 Jahren zu beantworten, indem sie monatlich die Stimmung und Prognosen unter deutschen Finanzmarktexpertinnen und -experten abfragen. In der 13. Folge des #ZEWPodcasts „Wirtschaft · Forschung · Debatten“ blicken die Ökonomen Dr. Michael Schröder und Frank Brückbauer auf die vergangenen 30 Jahre zurück und geben Einblicke in die Entstehung und Wirkung des Index.

ZEW-Ökonomen Dr. Michael Schröder und Frank Brückbauer auf dem Cover der Podcastfolge 13
Seit 30 Jahren befragt das ZEW Mannheim Finanzmarktexperten/-innen nach ihren Konjunkturerwartungen.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen füllten im Dezember 1991 eine echte Lücke, erinnert sich Projektleiter Michael Schröder. Bis dahin gab es keine Umfrage, die speziell die Prognosen der konjunkturellen Entwicklung unter Finanzmarktexpertinnen und -experten abfragte. „Wir fragen Leute, die in ihrem beruflichen Alltag eine Einschätzung makroökonomischer Entwicklungen und der Entwicklung von Finanzmärkten benötigen. Sie haben sich damit inhaltlich auseinandergesetzt und können uns ihre Erwartungen, die sie für den Finanzmarkt haben, unmittelbar mitteilen“,  betont Schröder im Podcast. Zu den Umfrageteilnehmenden für den ZEW-Index zählen unter anderem Mitarbeitende von Banken, Fonds- und Investmentgesellschaften. Je nachdem, ob die Befragten eine Verbesserung oder Verschlechterung erwarten, bekommt der Index einen Wert von minus 100 bis plus 100 zugewiesen.  Außerdem gibt es einen ganz praktischen Vorteil der Erhebung: Für eine repräsentative Konjunkturerwartungsumfrage unter Finanzmarktexpertinnen und -experten bedarf es wesentlich weniger Teilnehmende als für Umfragen unter Unternehmen, so Schröder.

Konjunkturerwartungen für Finanzmärkte und Wissenschaft relevant

Dass die Finanzmärkte bei der Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartungen eine Reaktion zeigen können, haben einige Studien unter Verwendung von Hochfrequenzdaten belegt. Eine Veröffentlichung der Konjunkturerwartung, die besonders hoch oder niedrig ist und von den Finanzmarktakteuren vorher nicht erwartet wurde, könne signifikante Reaktionen beim Deutschen Aktienindex (Dax) oder Bund-Future, einem Terminkontrakt, der sich auf Bundesanleihen bezieht, auslösen, sagt Schröder. „Es scheint eine messbare Reaktion da zu sein, wenn eine große unerwartete Komponente von den Erwartungen vorliegt.“

Die Umfrageergebnisse spielen nicht nur auf den Finanzmärkten eine Rolle – auch in wissenschaftlichen Studien sind sie von Bedeutung. „Wir haben mehr als 50 wissenschaftliche Publikationen identifizieren können, die mit den Daten arbeiten“, sagt Schröder. So wird unter anderem dazu geforscht, wie erfolgreich der Index im Vergleich zu anderen Indikatoren Vorhersagen trifft. „Unsere Expertinnen und Experten schneiden deutlich besser ab als Teilnehmende anderer Umfragen, die teilweise Prognosen abgeben, die negativ mit tatsächlichen Aktienrenditen korreliert sind. Unsere Expertinnen und Experten schaffen es, die richtige Richtung zu prognostizieren“, sagt Brückbauer, der selbst in seiner Forschung Dax-Prognosen analysiert hat.

Datum

20.10.2021

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