ZEW-Präsident Achim Wambach zum Mercosur-Abkommen

Kommentar

„Europas vermeintliche Schwäche nutzen“

Das Mercorsur-Abkommen soll Zölle senken und den Marktzugang erleichtern. Aktuell bemüht sich die EU um einen Abschluss und verhandelt dafür zusätzliche Schutz- und Nachhaltigkeitszusagen. ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD erklärt dazu:

„Europa steht handelspolitisch unter Druck – zwischen US-Protektionismus und chinesischer Industriepolitik. Gerade deshalb ist es richtig, dass die EU das Mercosur-Abkommen jetzt vorantreibt. Mercosur würde Europas Unternehmen neue Absatzchancen eröffnen, Lieferketten breiter aufstellen und Europas wirtschaftliches Gewicht in einer geopolitisch fragmentierten Welt erhöhen. Europa ist dabei ein verlässlicher Handelspartner: Anders als in den USA oder China, wo handelspolitische Maßnahmen auch aus politischen Motiven kurzfristig verhängt werden können, sind willkürliche Eingriffe in der EU kaum möglich. Rechtsstaatlichkeit und regelgebundene Verfahren sorgen für Berechenbarkeit für Unternehmen und Partnerländer.

Gerade das, was oft als Schwäche der EU gilt – das fehlende „Durchregieren“ –, erweist sich als Stärke, weil Entscheidungen breiter legitimiert, stabiler und weniger sprunghaft sind.

Das Abkommen würde nicht nur den Wirtschaftsstandort Europa stärken, sondern auch im Wettbewerb der Wirtschaftssysteme ein Signal zugunsten des verlässlichen, da regelbasierten Handels setzen.“