Die vorliegende Arbeit diskutiert Ursachen für Unsicherheiten von Konjunkturprognosen und demonstriert die Berechnung von empirischen Prognoseintervallen. Die Verwendung empirischer Prognoseintervalle für eine Beurteilung der Signifikanz von Prognoserevisionen wird für den Median der Prognosen vier deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute für die Entwicklung folgender volkswirtschaftlicher Kennziffern exemplarisch veranschaulicht: Reales Bruttoinlandsprodukt, private und Öffentliche Konsumausgaben, Ausrüstungsinvestitionen, Ausfuhren und Einfuhren, Zahl der Erwerbstätigen sowie Verbraucherpreise. Der Analyse liegen Beobachtungen von 1980 bis 2004 zugrunde. Es zeigt sich, dass vor allem eringfügi- ge Prognoserevisionen meistens keine wesentlich neuen Einschätzungen hinsichtlich der zukünftigen konjunkturellen Entwicklung signalisieren. Für eine Beurteilung der grundsÄatzlichen Prognoseschwierigkeit wurden die Medianprognosen der Institute in einem weiteren Untersuchungschritt alternativen Zeitreihenmodellen vom Typ ARIMA gegenÄubergestellt. Die Institutsprognosen weisen gegenüber den Zeitreihenmodellen durchweg eine höhere Güte auf, wenn die Wurzel des mittleren quadratischen Prognosefehlers als Masstab herangezogen wird. Allerdings sind deutliche Unterschiede in der Prognosepräzision der betrachteten volkswirtschaftlichen Kennziffern feststellbar.

Schlagworte

Konjunkturprognosen, Prognoseintervalle, Prognosegüte