Über 80 Prozent des Endenergieverbrauchs der Haushalte in Deutschland wird für Raumwärme und Warmwasser verwendet. Da die Mehrheit der installierten Heizsysteme nach wie vor auf fossilen Energieträgern basiert, trägt der Gebäudesektor substanziell zu den nationalen Treibhausgasemissionen bei. Im vergangenen Jahr waren es rund 117 Mio. t CO2-Äquivalente. Bis zum Jahr 2030 soll der Ausstoß laut Klimaschutzplan 2050 auf 72 Mio. t CO2 reduziert werden, 2050 soll der Gebäudesektor nahezu klimaneutral sein. Angesichts sehr langer Investitionszyklen bei Gebäuden sind das ambitionierte Ziele. Um diese zu erreichen, setzt die Bundesregierung in ihrem neuen Klimaschutzprogramm auf eine Kombination von Förderprogrammen, Ordnungsrecht, einer CO2-Bepreisung sowie Information und Beratung. Das einzig wirklich Neue in diesem Maßnahmenpaket ist die Einführung einer expliziten Bepreisung von CO2-Emissionen, die nicht unter dem EU Emissionshandelssystem (EHS) reguliert werden – ein Schritt, der von Ökonomen lange gefordert wurde. Leider lassen es die Pläne der Bundesregierung nicht zu, dass die CO2-Bepreisung kurzfristig ihr volles Potenzial entfalten kann. Dieses ZEW policy brief liefert eine kritische Einordnung des Klimaschutzprogramms im Gebäudesektor. Anhand aktueller Erkenntnisse der Wirtschaftsforschung diskutiert es Nachteile von Förderprogrammen und ordnungsrechtlichen Maßnahmen und zeigt zugleich künftigen Forschungsbedarf auf.

Schlagworte

Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen, Gebäudesektor, CO2, Klimaschutz