In dieser Arbeit wird die Preisbildung im europäischen Emissionshandel (EU ETS)untersucht. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf Preisreaktionen von CO2-Zertifikaten, die unmittelbar nach Veröffentlichung der Entscheidung der Europäischen Kommission (EC) über die Höhe der zweiten Nationalen Allokationspläne (NAPs) erfolgen. Da Preise nur auf unerwartete Informationen reagieren sollten, wird ein Erwartungsbildungsmodell spezifiziert, in dem Agenten die Entscheidung der EC über die Höhe der zweiten Nationalen Allokationspläne prognostizieren. Eine empirische Überprüfung bestätigt das Modell – unerwartete Zuteilung von Emissionsberechtigungen führt zu ausgeprägten Preisreaktionen mit entsprechenden Vorzeichen. Zudem scheint die Anpassung der Preise auf neue Informationen langsam zu erfolgen. Auf der Basis einfacher Querschnittsregressionen dauert die Anpassung bis zu sechs Stunden. Die erzielten Ergebnisse erlauben folgende Schlussfolgerungen: Unser Regressionsmodel ist fähig die Preisreaktionen zu erfassen, die unmittelbar nach der Entscheidung der EC über die Höhe der zweiten NAPs stattfinden. Die Preise passen sich in die richtige Richtung an, so wie ein einfaches ökonomisches Model für Angebot und Nachfrage es nahelegt. Es gibt daher keine Anhaltspunkte für eine Loslösung der Preise von dem betrachteten fundamentalen Faktor, nämlich der Festsetzung des gesamten Angebots an Emissionsberechtigungen in der zweiten Verpflichtungsperiode. Die langsame Preisanpassung deutet allerdings darauf hin, dass die Preisbildung im EU ETS nicht vollständig informationseffizient hinsichtlich des betrachteten Faktors ist.

Rotfuß, Waldemar, Christian Conrad und Daniel Rittler (2009), The European Commission and EUA Prices: A High-Frequency Analysis of the EC's Decisions on Second NAPs, ZEW Discussion Paper No. 09-045, Mannheim. Download

Autoren

Rotfuß, Waldemar
Conrad, Christian
Rittler, Daniel

Schlagworte

EU ETS, Price Formation, European Union Allowance (EUA), European Commission