In den meisten OECD-Ländern werden die Forschungsaktivitäten der Unternehmen durch den Staat gefördert. Dabei bedienen sich die Länder verschiedener Instrumente, die von Zuschüssen für konkrete FuE-Projekte über steuerliche FuE-Anreize bis zu vergünstigten Darlehen reichen. Ziel ist es, die FuE-Anstrengungen der Wirtschaft zu erhöhen, um so die Innovationskraft zu stärken. In Deutschland nimmt die direkte FuE-Projektförderung (DPF) die dominierende Rolle innerhalb der staatlichen finanziellen Förderung von FuE ein. In dieser Studie werden die Effekte der DPF auf den FuE-Input und -Output von Unternehmen empirisch untersucht. Eine Erhöhnung der FuE-Ausgaben muss nicht zwangsläufig zu mehr Output führen, z.B. aufgrund der Durchführung von risikoreicheren Projekten oder steigender Löhne der FuE-Mitarbeiter. Es wurde in einer früheren Untersuchung der DPF gezeigt, dass die Beteiligung von Unternehmen an dieser Förderung zu einem erheblichen Maße kontinuierlich über die Zeit erfolgt. Die sich daraus ergebende Frage ist, ob diese stabile Teilnahme Auswirkungen auf die Effektivität des Instruments hat. Des Weiteren hat eine Analyse für Irland gezeigt, dass die Wirkung der Förderung auf die FuE-Ausgaben mit der Höhe der Fördermittel variiert. In der vorliegenden Untersuchung wird daher berücksichtigt, dass die Effekte möglicherweise durch zwei Faktoren beeinflusst werden: die Teilnahmehistorie des Unternehmens an der Förderung und die Höhe des Zuschusses. Die empirische Analyse basiert auf dem Mannheimer Innovationspanel, das eine jährliche Unternehmensumfrage zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft ist. Diese Daten wurden mit Informationen über die innerhalb der DPF geförderten Projekten angereichert. Der Datensatz besteht aus 8.500 Beobachtungen aus den Jahren 1994 bis 2005, die sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch die wissensintensiven Dienstleistungen einschließen. Insgesamt wird ein positiver Effekt von öffentlichen Zuschüssen auf die unternehmensfinanzierten FuE-Aufwendungen als Maß für den FuE-Input festgestellt. Jedoch weist nicht jeder Zuschuss die gleiche Wirkung auf. Die Ergebnisse zeigen, dass der Effekt (zumindest) mit der Unternehmenserfahrung hinsichtlich der DPF und der Höhe des Zuschusses variiert. Der Zuschuss sollte eine Mindestgröße aufweisen um einen signifikante Erhöhung der FuE-Aufwendungen zu bewirken. Außerdem steigt der positive Effekt mit dem regelmäßigen Erhalt der Förderung. Für die Untersuchung der Effekte auf den FuE-Output werden die FuE-Aufwendungen in zwei Komponenten aufgeteilt: (i) FuE-Aufwendungen, die auch ohne Förderung getätigt worden wären, und (ii) durch die Förderung induzierten FuEAufwendungen, d.h. der Förderbetrag plus die zusätzlich aufgewendete eigenfinanzierte FuE. Es zeigt sich insgesamt, dass beide Teile gleich effektiv hinsichtlich der Generierung und des Umsatzanteils von Marktneuheiten sind. Damit trägt die Förderung tatsächlich zur Steigerung der Innovationskraft bei. Außerdem werden die FuE-Aufwendungen, die der Förderung zugeschrieben werden können, gleich produktiv von Erstteilnehmen und regelmäßigen Teilnehmern an der DPF eingesetzt. Die Ergebnisse geben somit keine Anzeichen dafür, dass die regelmäßige Teilnahme von Unternehmen an der DPF eine negative Auswirkung auf die Effektivität des Instrumentes hätte.

Schlagworte

R&D, Public Subsidies, Innovative Performance, Germany