Um die im Nachgang der großen Finanzkrise ausgebrochene Staatsschuldenkrise zu bewältigen, griffen mehrere europäische Länder wie Spanien, Portugal und Griechenland auf umfassende Sparprogramme zurück. Im Zuge dessen wurden in diesen Ländern die Steuern auf Konsum, Arbeit und Kapital erhöht und gleichzeitig die Staatsausgaben reduziert, um einen starken Anstieg der Schuldenquote zu verhindern. Die daraus resultierende höhere Steuerlast für die Wirtschaft führt wiederum zu Verzerrungen hinsichtlich Arbeitsangebot und Investitionen. In diesem Policy Brief soll gezeigt werden, dass es aufgrund dieser zusätzlichen steuerlichen Verzerrungen für Unternehmen weniger attraktiv ist, in die Einführung neuer Technologien zu investieren. Neue Erkenntnisse aus dem FRAME-Projekt deuten darauf hin, dass steuerliche Sparmaßnahmen mittelfristig schwerwiegende negative Folgen für Produktivität und Wirtschaftswachstum haben und den Erholungsprozess verlangsamen können. Des Weiteren können Sparmaßnahmen bereits existierende Marktversagen im Zusammenhang mit Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) und der Übernahme von Technologien verschärfen. Neben den bekannten Folgen für die Gesamtnachfrage hat die fiskalische Sparpolitik zudem negative Auswirkungen auf das zukünftige Wirtschafts- und Produktivitätswachstum und damit auch auf die Angebotsseite. Eine Haushaltskonsolidierung ist nur dann wünschenswert, wenn sie eine schnelle Senkung der Kosten für die Fremdfinanzierung ermöglicht, was jedoch unwahrscheinlich ist.

Bianchi, Francesco, Diego Comin, Howard Kung, Thilo Kind und Alexander Matusche (2019), Slow Recoveries Through Fiscal Austerity – New Insights in the Effects of Fiscal Austerity, ZEW policy brief Nr. 19-02, Mannheim. Download

Autoren

Bianchi, Francesco
Comin, Diego
Kung, Howard
Kind, Thilo
Matusche, Alexander