Die vorliegende Untersuchung wurde im Auftrag des Sustainable Business Institute (SBI) durchgeführt. Sie gliedert sich in zwei Teile. Teil eins (Seiten B-1 bis B-23) befasst sich mit der Überwälzung der Kosten von CO2-Emissionsrechten auf den deutschen Großhandelsstrompreis. Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass es bis ins Jahr 2006 zu einer asymmetrischen Überwälzung des CO2-Preises gekommen ist. Diese Asymmetrie war dergestalt, dass Kostenanstiege deutlich stärker an den Verbraucher weitergegeben wurden als Kostenrückgänge. Etwa zeitgleich wurde das Preissetzungsverhalten der deutschen Stromerzeuger zum Gegenstand einer Untersuchung durch das Bundeskartellamt. Wir zeigen, dass die Praxis der asymmetrischen Kostenweitergabe in etwa in dem Zeitpunkt aufgegeben wurde, als es deutlich wurde, dass das Bundeskartellamt erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Preissetzung der Stromerzeuger hatte. Unsere Untersuchung kann als Lehrstück darüber gesehen werden, wie die erhöhte Aufmerksamkeit des Regulierers das Marktverhalten des Regulierten beeinflussen kann. Teil zwei (ab C-1) beschäftigt sich mit CO2-Emissionsrechten als Anlageinstrument. Konkret untersuchen wir hier, ob ein Investor, der ein bestimmtes Portfolio verschiedener Anlageklassen besitzt, davon profitieren kann, zusätzlich in CO2-Emissionsrechte zu investieren. Vergleichsweise robust deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass dies nicht der Fall ist. CO2-Emissionsrechte weisen Renditecharakeristika auf, die typische Anlageportfolios nicht sinnvoll erweitern können.

Wölfing, Nikolas, Frieder Mokinski und Tim-Alexander Kröncke (2012), Modellierung von Interdependenzen zwischen Energie- und CO2-Zertifikatepreisen, Studie im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „CFI – Climate Change, Financial Markets and Innovation“, Sustainable Business Institute / Bundesministerium für Bildung und Forschung, Mannheim / Oestrich-Winkel.

Kategorie

Gutachten

Schlagworte

Strommarkt, Emissionshandel, asymmetrische Preisweitergabe, Wettbewerbsaufsicht, Portfolio-Diversifikation