In diesem Aufsatz werden zwei zentrale Fragestellungen untersucht. Zum einen, ob es Langzeiteffekte von Umweltregulierungen auf Innovationsaktivitäten mit Umweltrelevanz von Unternehmen gibt. Zum anderen wird danach gefragt, inwieweit sich verschiedene Typen von Umweltpolitikmaßnahmen in ihrer Wirkung auf Innovationen mit verschiedenen Umweltwirkungen unterscheiden. Die überwiegende Mehrheit der hier untersuchten Regulierungen entstammt dem Ordnungsrecht, ist also nicht marktbasiert. In der theoretischen Literatur ist relativ unstrittig, dass ordnungsrechtliche Politikmaßnahmen nicht dynamisch effizient sind, d.h. dass von ihnen keine hinreichend hohen bzw. kaum dauerhafte Innovationsanreize ausgehen verglichen mit marktbasierten Instrumenten. Ein Grund hierfür mag sein, dass kein weiterer Anpassungsbedarf an gesetzliche Vorschriften mehr besteht sofern ein gewisser Umweltstandard erreicht worden ist. Dennoch gab eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen in der europaweiten Innovationserhebung (CIS) an, dass sie aufgrund staatlicher Regulierungen aus den 1950er und 1970er Jahren Innovationen mit Umweltrelevanz eingeführt haben. Aus diesem Grund ist zu erwarten, dass – entgegen der vorherrschenden Meinung - auch von nicht marktbasierten Instrumenten der Umweltpolitik durchaus langfristige Innovationsanreize ausgehen können. Diese Studie verwendet Daten aus der deutschen Erhebung des CIS von 2009, dem Mannheimer Innovationspanel (MIP). Aufschluss über die eingeführten Innovationen mit Umweltrelevanz in insgesamt neun verschiedenen Kategorien gibt eine Frage, bei der die Firmen zwischen keinem, wenig, mittlerem und hohem Beitrag zum Umweltschutz der eingeführten Innovationen wählen können. Zusätzlich wurden die Untenehmen nach den Treibern genau dieser Innovationen befragt, von denen wir uns ausschließlich auf staatliche Regulierung konzentrieren. Wurden Innovationen aufgrund von Regulierungen eingeführt, so wurde zusätzlich nach den konkreten Gesetzen und Vorschriften gefragt. Diese Gesetze wurden in drei zentrale Umweltpolitikfelder eingeordnet und für jede genannte Regulierung deren Zeitpunkt des Inkrafttretens ermittelt. Es wurden überwiegend ordnungsrechtliche Vorschriften zitiert. Die in diesem Aufsatz verwendete Ordered Probit Schätzung zeigt, dass von diesen drei Typen von Umweltpolitikmaßnahmen nur beschränkte Innovationswirkungen auf unmittelbar regulierte Umweltprobleme ausgehen. Es zeigt sich jedoch auch, dass von ordnungsrechtlichen Maßnahmen durchaus langfristige Innovationswirkungen ausgehen können, allerdings nicht für alle der hier untersuchten Bereiche des Umweltschutzes.

Schlagworte

Environmental policy, environmental innovation, innovation surveys