Aufbauend auf der Hypothese, dass Arbeitsmärkte durch unvollständige Information charakterisiert sind, werden in diesem Arbeitspapier neuere Entwicklungen innerhalb eines Zweiges informationsökonomischer Ansätze vorgestellt: der Suchtheorie. Dabei werden ausführlich insbesondere jene Ansätze vorgestellt, die explizit der vermuteten Heterogenität der beiden Marktseiten, Firmen und Arbeitnehmer, Rechnung tragen. Standardergebnisse traditioneller ökonomischer Theorie sind im Lichte informationsökonomischer Ansätze oft nicht haltbar. Deshalb soll in diesem Arbeitspapier insbesondere der Fragestellung nachgegangen werden, ob das Resultat der klassischen Arbeitsmarkttheorie, dass gewerkschaftliche Lohnbeeiflussung zu höherer Arbeitslosigkeit führt, im Kontext der Suchtheorie valide ist. Auf dem Weg hin zu einer empirisch gültigen Theorie des Arbeitsmarktes stellt insbesondere ein Ansatz, der beidseitig heterogene Akteure erlaubt, einen wichtigen Beitrag dar. Theoretische Ergebnisse hinsichtlich der Wirkungen gewerkschaftlicher Lohnbeeinflussung sind gemischt. Das Arbeitspapier findet keinen eindeutigen theoretischen Zusammenhang zwischen gewerkschaftlicher Verhandlungsmacht und Arbeitslosigkeit.

Schlagworte

Suchtheorie, Heterogenität, Gewerkschaften, Lohnkompression