Hitzewellen, die mit der globalen Erwärmung einhergehen, stellen eine erhebliche Gefahr für die menschliche Gesundheit dar und gefährden vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen. In dieser Studie analysieren wir systematisch, wie die verschiedenen Komponenten der Hitzeanfälligkeit mit dem Haushaltseinkommen zusammenhängen, und präsentieren empirische Belege für die Determinanten der Hitzeanpassung, wobei wir uns auf Haushaltseinkommen konzentrieren. Wir liefern die erste empirische Analyse der Hitzeanfälligkeit unter Verwendung von deutschlandweiten Panel-Haushaltsdaten für 10.226 Haushalte im Zeitraum 2012-2020. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen deutlich hitzeempfindlicher sind und über geringere Anpassungskapazität verfügen als Haushalte mit hohem Einkommen, gemessen unter anderem am Gesundheitszustand, der Haushaltszusammensetzung und den wirtschaftlichen und psychologischen Ressourcen zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen. Das Niveau der Hitzegefährdung und -exposition ist jedoch zwischen den Einkommensgruppen vergleichbar, so dass es auf nationaler Ebene keine Sortierung der reicheren Haushalte in weniger gefährdete oder exponierte Gebiete gibt. Wir liefern auch robuste empirische Belege für die Faktoren, die die Entscheidungen der Haushalte zur Durchführung technischer Anpassungsmaßnahmen (z. B. Einbau einer Klimaanlage) beeinflussen, und zeigen schließlich, dass das Anpassungsverhalten der am stärksten gefährdeten Haushalte (z. B. Menschen mit schlechtem Gesundheitszustand oder ältere Menschen) nicht durch finanzielle Restriktionen eingeschränkt wird.

Osberghaus, Daniel und Thomas Abeling (2022), Heat Vulnerability and Adaptation of Low-Income Households in Germany, Global Environmental Change 72, 102446. Download

Autoren

Osberghaus, Daniel
Abeling, Thomas

Schlagworte

Heat vulnerability; Income; Household level; Distributional aspects; Climate Adaptation