Der motorisierte Individualverkehr stellt eine der bedeutendsten globalen CO2- Quellen dar. Grund dafür ist vor allem der starke Einsatz fossiler Brennstoffe als Antrieb für Automobile. Um die klimaschädlichen Auswirkungen des motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren, setzte die EU kürzlich verbindliche Emissionsstandards für Neuwagen fest. Demnach gilt für die gesamte Automobilindustrie ein durchschnittlicher Emissionsgrenzwert von 120 Gramm CO2 pro Kilometer. Dieser soll zwischen 2012 und 2015 schrittweise erreicht werden. Das langfristige Ziel bis 2020 ist ein durchschnittlicher Grenzwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer (zum Vergleich: der derzeitige Durchschnitt liegt bei 160 Gramm). Autohersteller, die diese Grenzwerte verfehlen, müssen Bußgelder zahlen. Aus ökonomischer Sicht stellen Emissionsstandards kein sinnvolles Politikinstrument zur Bekämpfung des Klimawandels dar. Es stellt sich allerdings die Frage, wie Autohersteller angesichts der bestehenden EU-Regulierung am besten vorgehen sollten. Für die Hersteller verursacht sowohl das überschreiten der Emissionsgrenzwerte Kosten (durch zu leistende Bußgelder), als auch deren Einhaltung (durch teure technologische Vermeidungsmaßnahmen). Die optimale Strategie wird letztlich auch von der Zahlungsbereitschaft der Konsumenten für vermiedene Emissionen abhängen. In diesem Papier wird untersucht, inwieweit die CO2-Menge, die ein Pkw pro Kilometer emittiert, für Autokäufer entscheidungsrelevant ist. Basierend auf Daten eines deutschlandweit durchgeführten Stated-Preference-Experiments werden dazu verschiedene Mixed-Logit-Spezifikationen ökonometrisch geschätzt. Darüber hinaus werden Verteilungen der Zahlungsbereitschaften für CO2-Vermeidung abgeleitet. Die Ergebnisse zeigen, dass die CO2-Emissionen eines Pkw tatsächlich einen signifikanten Einfluss auf die Kaufentscheidung haben. Abhängig von soziodemographischen Faktoren ist dieser Einfluss allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt. Beispielsweise achten Frauen in unserer Stichprobe stärker auf die Emissionen eines Pkw als Männer, und sind dementsprechend auch bereit mehr für Vermeidungsmaßnahmen zu zahlen. ähnliche Effekte ergeben sich auch in Abhängigkeit vom Alter und der formellen Bildung der befragten Personen.

Schlagworte

CO2 emissions; Willingness to pay; Passenger cars; Stated pref- erences; Mixed logit.