Der Erfolg der EU-Erweiterung wird auch entscheidend davon abhängen, ob im Integrationsprozeß zwischen Ost und West Erschütterungen auf den Finanzmärkten vermieden werden können, ein Aspekt der bislang in der politischen Diskussion mit ihrer perspektivischen Verengung auf Arbeitsmarkteffekte und budgetäre Schwierigkeiten weitgehend vernachlässigt wurde. Dieses geringe Interesse steht im Gegensatz zur Bedeutung der Fragen, die sich aus einer Einbeziehung der osteuropäischen Geld- und Kapitalmärkte in den EU-Markt ergeben. Eine gemeinsame Konferenz des ZEW und des Arbeitskreises Europäische Integration hat sich daher diesem Themenbereich gewidmet. Der Band enthält die dort vorgestellten Analysen.
Die Beiträge beschäftigen sich mit der angemessenen Reihenfolge von realwirtschaftlicher und finanzwirtschaftlicher Integration und der angemessenen Wechselkurspolitik der EU-Kandidaten. Weitere Analysen betreffen den Zustand des osteuropäischen Bankensystems, die Rolle institutioneller Investoren und internationaler Finanzinstitute. Von unmittelbarer politischer Relevanz sind die Aufsätze, die sich mit der Akzeptanz ausländischer Direktinvestitionen in den Bewerberstaaten und dem Verhältnis von politischer Souveränität und Globalisierung befassen.

Caesar, Rolf und Friedrich Heinemann (2001), EU-Osterweiterung und Finanzmärkte, Bd. 57, Nomos Verlag, Baden-Baden.

Autoren

Caesar, Rolf
Heinemann, Friedrich

Schlagworte

Osterweiterung, EU, Finanzmärkte