In der politischen Diskussion gelten neue Umwelttechnologien einerseits als Chance für neue Arbeitsplätze, andererseits wird behauptet, dass eine strenge Umweltpolitik Arbeitsplätze vernichtet. Eine genaue Analyse dieser Beschäftigungseffekte, in der nach unterschiedlichen Umweltinnovationsfeldern unterschieden wird, könnte diese Debatte erhellen. Leider gibt es bislang nur wenige Studien diesbezüglich. In der vorliegenden Arbeit werden die deutschen Daten des europaweiten Innovationspanels, des Community Innovation Panel (CIS), des Jahres 2009 ausgewertet, die eine solche Analyse auf Unternehmensebene ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei die Analyse des Anpassungsverhaltens von Unternehmen im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Beschäftigung und (Umwelt-)Innovationen. Unsere ökonometrische Analyse zeigt zunächst, dass innovative Unternehmen eine wesentlich dynamischere Beschäftigungsentwicklung aufweisen als Unternehmen, die im Untersuchungszeitraum keine Innovationen durchgeführt haben. Insbesondere die Realisierung umweltbezogener Prozessinnovationen führen auf Unternehmensebene zu einer höheren Beschäftigung. Aus theoretischer Sicht ist dieses Ergebnis darin begründet, dass Umweltprozessinnovationen zu Kostensenkungen führen, die wiederum eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit induzieren. Die daraus resultierende Mehrnachfrage führt dann zu mehr Beschäftigung.

Eine detaillierte Analyse nach einzelnen Umweltbereichen zeigt, dass Material- und Energiesparmaßnahmen, die als prozessintegrierte Maßnahmen in besonderer Weise die Profitabilität und die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens verbessern, zu einer Steigerung der Beschäftigung führen können. Auf der anderen Seite haben Innovationen im Bereich der Luft- und Wasserreinhaltung, wo End-of-Pipe-Maßnahmen dominieren, einen negativen Einfluss auf die Beschäftigung.

Autoren

Horbach, Jens
Rennings, Klaus

Schlagworte

Employment, Environmental Innovation, Innovation Behaviour