In zahlreichen Studien hat sich gezeigt, dass Unternehmen den Trend ihre Innovationstätigkeiten zu internationalisieren weiter fortführen. Die Unternehmen verfolgen damit oft das Ziel ihre Produkte mit Hilfe lokalen Wissens an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Märkte im Ausland anzupassen und damit eine höhere Zahl von Kunden zu gewinnen zu können. Durch die Dezentralisierung der Forschung und Entwicklung wird somit die internationale Produktion unterstützt. Daneben haben Unternehmen auch Forschungs- und Entwicklungszentren im Ausland angesiedelt um vor Ort innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Dabei können attraktive Innovationsbedingungen im Ausland, wie z.B. verfügbares Wissen, geringere rechtliche Hürden oder niedrigere Lohnkosten eine tragende Rolle spielen. Diese Forschungsarbeit untersucht entscheidende treibende Kräfte, die Unternehmen zur Entscheidung motivieren, verschiedene Innovationstätigkeiten zu internationalisieren. In die Betrachtung werden neben den nationalen Innovationsbedingungen am Heimatstandort, die Firmencharakteristiken und die Wettbewerbssituation der Unternehmen als beeinflussende Faktoren einbezogen. Die Analyse stützt sich auf Informationen von ca. 1200 innovativen Unternehmen in Deutschland. Dabei stellte sich heraus, dass weder intensiver Wettbewerb noch Standortnachteile im Heimatmarkt die treibenden Kräfte in der F&E Dezentralisierung sind. Die größte Rolle bei der Entscheidung interne Forschungstätigkeiten zu internationalisieren spielen vielmehr die absorptiven Fähigkeiten und die internationale Erfahrung der Unternehmen. Für Unternehmen, die planen weniger forschungsintensive Innovationstätigkeiten, wie die Herstellung von neuen Produkten, im Ausland durchzuführen, sind Erfahrungen im Export und im Umgang mit intellektuellen Eigentumsrechten signifikante Unternehmenseigenschaften. Zudem sind diese Unternehmen durch hohe Innovationskosten und dem Mangel an Personal getrieben. Ein zentrales Ergebnis bei der Analyse, wie sich die Einflussfaktoren in ihrem Effekt nach Zielländern unterscheiden ist, dass sich Unternehmen, die planen FuE in Entwicklungsländern zu betreiben, durch starke internationale Erfahrung, insbesondere durch bereits durchgeführte internationale Forschungskooperationen auszeichnen.

Schmiele, Anja (2009), Drivers for International Innovation Activities in Developed and Emerging Countries, ZEW Discussion Paper No. 09-064, Mannheim, erschienen in: Journal of Technology Transfer. Download

Schlagworte

Internationalisation of R&D, Innovation, Absorptive Capacities, Market Structure, China, Asia, Emerging countries