Patente sind oft wenig effektiv als Anreizmechanismus für Forschung und Entwicklung. Falls sequentielle Innovationsaktivitäten komplementär sind, vermögen Patente den technischen Fortschritt sogar zu bremsen (Bessen und Maskin, 2006). Obwohl Patente in komplexen Technologien wenig effektiv sind, bauen Firmen große Patentportfolios auf (Grindley and Teece, 1997). Dies scheint der Sicherung ihrer freien Geschäftstätigkeit zu dienen und führte zu einer Patentexplosion. Dickichte sich überlappender Patente waren die Folge. Diese teure und defensive Sicherung intellektueller Eigentumsrechte wird oft als Innovationshemmnis betrachtet (Jaffe und Lerner, 2004; Bessen und Meurer, 2008).

Patente gewähren ein Ausschlussrecht aber nicht notwendigerweise ein Nutzungsrecht. Patentdickichte erzeugen also wechselseitige Blockaden unter einer Vielzahl von Patentinhabern. Diese Dickichte sind schwierig aufzulösen. Lizenzgebühren und Koordinierungskosten können sich auftürmen, wenn intellektuelles Eigentum fragmentiert ist (von Graevenitz et al., 2011).

Die Grenzen eines Patentrechtes sind darüber hinaus oft unklar, was zu ungewollten Patentverletzungen führen kann (Reitzig et al., 2007, 2010). Für kapitalintensive Innovatoren kann dies ein erhebliches Risiko darstellen. Eine blockierte kommerzielle Nutzung gebundenen Kapitals könnte durch Patentinhaber mit weniger gebundenem Kapital ausgenutzt werden (Farrell et al., 2007).

Dieses Papier untersucht, ob die Wahrscheinlichkeit in Innovation zu investieren sinkt, wenn intellektuelles Eigentum fragmentiert ist bzw. wenn die Eigentümer überlappender Patente weniger kapitalintensiv sind. Patentzitationen unter deutschen Inhabern europäischer Patente sollen dabei die Eigentümer sich überlappender Patentrechte identifizieren. Das tangible Anlagevermögen dient als Proxy für das gebundene Kapital (Antràs, 2003).

Daten des Mannheimer Innovationspanels zeigen, dass Firmen mit kleinen Patentportfolios seltener in Innovationen investieren wenn das intellektuelle Eigentum fragmentiert ist. Der Markteintritt ohne große Patentportfolios scheint also schwierig zu sein. Firmen mit großen Portfolios investieren demgegenüber seltener in Innovation wenn sie Patentinhaber mit kleinerem Anlagevermögen zitieren. Große Innovatoren scheinen das Risiko blockierten Kapitals in ihre Investitionsentscheidung miteinzubeziehen. Patentdickichte scheinen also die Innovationstätigkeit auf unterschiedliche Weise zu beeinflussen.

Schlagworte

Investment in innovation, Complementary assets, IP hazards