Viele neue Unternehmen überstehen die ersten Jahre nach ihrer Gründung nicht. Die hohe Schließungsrate überzeichnet jedoch das Risiko für alle am Unternehmen finanziell Beteiligten (wie Unternehmer, Kreditgeber und Lieferanten), da weder jede Unternehmensschließung mit finanziellen Verlusten einhergeht, noch Verluste alle Beteiligten gleichermaßen treffen würden. Unternehmen werden geschlossen, beispielsweise, weil Unternehmer andere Einkommensalternativen verfolgen wie eine abhängige Beschäftigung, eine neue Selbstständigkeit oder den Ruhestand. Die Überlegung, eine andere Einkommensalternative zu verfolgen, ist von Kostenüberlegungen beeinflusst: geringe Opportunitäts- oder hohe Wechselkosten erhöhen dabei die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmer ihre gegenwärtige Selbstständigkeit weiterführen – möglicherweise länger als dies ratsam ist, was die Wahrscheinlichkeit erhöhen würde, dass eine Schließung mit finanziellen Verlusten einhergeht. Im Gegensatz zur Gruppe freiwilliger Unternehmensschließungen, ist ein Zusammenhang zwischen Schließungen, die auf Insolvenz oder andere finanzielle Probleme zurückzuführen sind, und der Wahrscheinlichkeit finanzieller Verluste bei Schließung offensichtlich. Schließungen durch Insolvenz oder aufgrund anderer finanzieller Probleme dürften daher grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit finanzieller Verluste erhöhen. Aufgrund unterschiedlicher Beziehungen zu einem Unternehmen sind Gläubiger unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, einen finanziellen Verlust bei Unternehmensschließung zu erleiden. Diese Risiken hängen beispielsweise von bestehenden Informationsasymmetrien ab oder davon, welche Maßnahmen die Gläubiger unternehmen, um Informationsdefiziten zu begegnen. Theoretische Überlegungen deuten darauf hin, dass das Risiko finanzieller Verluste auch mit den Gründen für die Schließung zusammenhängt. Die zentrale Forschungsfrage in diesem Papier lautet daher zu untersuchen, wie sich die Gründe für eine Unternehmensschließung darauf auswirken, wer finanzielle Verluste bei einer Unternehmensschließung erleidet. Die Analysen auf Basis der ZEW Gründerstudie zeigen, dass Unternehmensschließungen aufgrund einer unzureichenden erwarteten Unternehmensentwicklung oder weil Unternehmer eine andere Einkommensalternative verfolgen wollten mit einem verringerten Risiko finanzieller Verluste für Gläubiger einhergehen. Demgegenüber sind Schließungen aufgrund finanzieller Probleme für alle Beteiligte mit einem erhöhten Risiko für Verluste verbunden.

Schlagworte

Bankruptcy; business closure; financial loss