Wir untersuchen, ob Banken, die von ihren Eigentümern kontrolliert werden, höhere Verluste infolge der Finanzmarktkrise erlitten haben als Banken, die von ihren Managern kontrolliert werden. Wir zeigen, dass Banken, die in Ländern mit einem höheren Investorenschutz ansässig sind, sowie Banken mit einem Großaktionär höhere Verluste hinnehmen mussten als Banken, die in Ländern mit einem geringen Investorenschutz beheimatet sind und nicht von einem Großaktionär kontrolliert werden. Im Zeitraum vor der Krise haben die Banken, die von ihren Eigentümern kontrolliert werden, hingegen eine bessere Performance gezeigt. Das deutet darauf hin, dass Banken, die von ihren Eigentümern kontrolliert werden höhere Risiken vor Ausbruch der Krise eingegangen sind als Banken, die von ihren Managern kontrolliert werden. Ökonomisch betrachtet ist dieser Effekt stark. So sind die Profite der Banken, die von einem Großaktionär kontrolliert werden und in Ländern mit einem hohen Investorenschutz ansässig sind, infolge der Krise fünfmal so stark gesunken wie die Gewinne der Banken, die nicht von einem Großaktionär kontrolliert werden und in Ländern mit geringem Investorenschutz beheimatet sind. Die Ergebnisse ändern sich nicht, wenn wir für eine Vielzahl regulatorischer, bank und länderspezifischer Variablen kontrollieren. Die Resultate deuten ebenfalls darauf hin, dass Banken, die von ihren Eigentümer kontrolliert werden, eher Staatshilfe während der Krise erhalten haben als Banken, die von ihren Eigentümern kontrolliert werden. Die Ergebnisse widersprechen der öffentlichen Einschätzung, dass die Manager von Banken die unzureichende Kontrolle durch die Eigentümer ausgenutzt haben, um die Vergütungssysteme so zu gestalten, dass das Eingehen kurzfristiger Risiken belohnt wird (z. B. OECD, 2009). Sie unterstützen auch nicht die Hypothese, dass die Risiken einer Bank zurückgehen werden, wenn die Interessen der Manager stärker an die Interessen der Eigentümer gebunden werden. Die Resultate deuten im Gegenteil darauf hin, dass das Risiko zunehmen wird, wenn die Manager besser durch die Eigentümer kontrolliert werden. Vor diesem Hintergrund kann man die Vergütungssysteme, die vor der Krise existierten, als Versuch der Eigentümer ansehen, dass Risiko der Bank zu erhöhen. Wird die Kontrolle durch die Eigentümer gelockert, könnte das nicht nur da Risiko der Banken reduzieren, sondern auch beträchtliche Effizienzkosten nach sich ziehen. Aus diesen Gründen sind privat ausgehandelte Vergütungsverträge für Manager nicht sozial optimal, da sie die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bank insolvent wird, nicht berücksichtigen.

Schlagworte

Banks, risk taking, corporate governance, ownership structure, financial crisis