Innerhalb der umweltökonomischen Literatur gewinnt die Bewertung von Umweltgütern (für die es keinen Marktpreis gibt) mithilfe von Zahlungsbereitschaftsanalysen immer mehr an Bedeutung. Die Ergebnisse solcher Studien können einen wichtigen Beitrag bei der Abschätzung von Kosten und Nutzen von umweltpolitischen Maßnahmen liefern. Von besonderem methodischem Interesse sind dabei vor allem sog. diskrete Entscheidungsmodelle. Viele der Studien, die mithilfe diskreter Entscheidungsmodelle Zahlungsbereitschaften ermitteln, geben allerdings nur Punktschätzer an und informieren somit nicht über Unsicherheiten, die mit der geschätzten Zahlungsbereitschaft verbunden sind. Gerade das Wissen um diese Unsicherheiten ist jedoch maßgeblich für eine belastbare Politikfolgenabschätzung.

Das vorliegende Diskussionspapier trägt in zweierlei Hinsicht zur einschlägigen Zahlungsbereitschafts-Literatur bei: Zum einen wird gezeigt, wie man mit Bayesschen Verfahren nicht nur Punktschätzer, sondern gleich die Verteilung von Zahlungsbereitschaften (die letztlich nichts anderes als das Verhältnis zweier geschätzter Parameter sind) ermitteln kann. Zum anderen wird untersucht, wie sich die Berücksichtigung von Heterogenität in unbeobachteten Faktoren auf die Bestimmung von Bayesschen Konfidenzintervallen auswirkt. Die Analyse erfolgt dabei anhand zweier empirischer Fallstudien: die Zahlungsbereitschaft deutscher Konsumenten für eingesparte CO2-Emissionen a) bei energetischen Sanierungen und b) beim Pkw-Kauf. Insgesamt verdeutlicht diese Arbeit damit den Nutzen Bayesscher Methoden bei der Bewertung von Umweltaspekten.

Daziano, Ricardo A. und Martin Achtnicht (2013), Accounting for Uncertainty in Willingness to Pay for Environmental Benefits, ZEW Discussion Paper No. 13-059, Mannheim. Download

Autoren

Daziano, Ricardo A.
Achtnicht, Martin

Schlagworte

Discrete Choice Models; Willingness to Pay; Credible Sets