Der vorliegende Beitrag untersucht zwei gegenläufige, einer Patententscheidung zugrundeliegende Effekte: den Schutzeffekt sowie den Offenlegungseffekt eines Patents. Einerseits gewährt ein Patent seinem Inhaber ein temporäres Monopolrecht (Schutzeffekt), andererseits fordert das Patentgesetz die Offenlegung aller technologischen Details der patentierten Innovation (Offenlegungseffekt). Von diesem Wissenstransfer profitieren Konkurrenten, so dass der Gewinn des Erfinders aufgrund des Offenlegungseffekts sinken kann. Die Entscheidung zu Patentieren muss diese gegenläufigen Effekte gegeneinander abwägen: Die Vorteile eines temporären Monopolrechts gegen den Nachteil der verplichtenden Offenlegung. Offensichtlich wird der positive Schutzeffekt durch eine Erhöhung des Patentschutzes verstärkt, während der negative Offenlegungseffekt von den Auswirkungen einer Offenlegung beeinflusst wird. Diese Arbeit umfasst einen theoretischen sowie einen empirischen Teil, die sich mit den Wechselwirkungen beider Effekte beschäftigen. Der theoretische Teil stellt eine kompakte Zusammenfassung des Modells von Zaby (2010b) dar, im anschließenden empirischen Teil werden die Aussagen des theoretischen Modells empirisch beleuchtet.

Autoren

Heger, Diana
Zaby, Alexandra K.

Schlagworte

patenting decision, disclosure requirement, patent scope, vertical product differentiation, IPC codes