ZEW-ZEPHYR-M&A-Index - Finanzmarktkrise lähmt M&A-Aktivitäten weltweit

M&A-Index

Die Verwerfungen an den globalen Finanzmärkten haben im dritten Quartal 2008 die weltweiten Aktivitäten bei Fusionen und Übernahmen (M&A) erheblich beeinträchtigt. Der ZEW-ZEPHYR-M&A-Index fiel im September 2008 auf 113 Punkte. Dies ist der tiefste Stand seit mehr als vier Jahren. Damit befindet sich der Index derzeit zwar noch über seinem Startniveau von 100 Punkten im Januar 2000. Allerdings liegt er deutlich und nunmehr zum zweiten Mal in Folge unter seinem langjährigen Mittel von 125 Punkten.

Die Finanzmarktkrise lähmt die M&A-Aktivitäten vor allem dadurch, dass die Banken kaum mehr Kredite für die Finanzierung von Fusionen oder Übernahmen zur Verfügung stellen. Eine Belastung sind weiterhin die weltweiten dramatischen Kursrückgänge, die Unternehmensaktien als Akquisitionswährung unattraktiv machen. Die aktuelle Situation bietet aber auch Chancen für risikobereite Käufer, die ein derzeit unterbewertetes Zielunternehmen günstig erwerben können. Dennoch ist für die kommenden Monate mit einem weiteren Rückgang der M&A-Aktivitäten zu rechnen, zumal die Branche mit dem Ausfall einst bedeutender Investmentbanken wichtige Marktteilnehmer verloren hat.

Der ZEW-ZEPHYR-M&A-Index, den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und Bureau van Dijk Electronic Publishing (BvDEP) monatlich berechnen, bildet die Entwicklung weltweit abgeschlossener Fusionen und Übernahmen seit Beginn des Jahres 2000 ab. Grundlage der Berechnung des ZEW-ZEPHYR-M&A-Indexes sind sowohl die Anzahl als auch die Volumina weltweit abgeschlossener Fusionen und Übernahmen, die in der ZEPHYR-Datenbank von BvDEP verzeichnet sind. Der Index beruht auf den monatlichen prozentualen Veränderungsraten von Anzahl und Transaktionsvolumen der Fusionen und Übernahmen, die in volatilitäts- und inflationsbereinigter Form zusammengefasst werden. Dadurch gibt der Index sehr viel genauer als eine ausschließliche Betrachtung der Transaktionsvolumina das Niveau der weltweiten M&A-Aktivitäten wieder. Grund hierfür ist, dass die Bewertung von Unternehmen an der Börse einen erheblichen Einfluss auf die Höhe des Transaktionswerts besitzt, zumal viele Übernahmen über einen Aktientausch bezahlt werden. Die Höhe der Aktienkurse hätte demzufolge einen übermäßig hohen Einfluss auf die Einschätzung der Transaktionsentwicklung. Verteilt sich in einem Monat hingegen das Volumen auf eine höhere Anzahl von Transaktionen, so weist auch der M&A-Index einen höheren Wert aus, obwohl der summierte Transaktionswert konstant bleibt.

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Dr. Christoph Grimpe, E-Mail: grimpe@zew.de

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