Umwelt, Innovation und Beschäftigung: Ein Geschenk besonderer Art machte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Professor Dr. Dr. h.c. Heinz König, der vor kurzem seinen 70. Geburtstag begehen konnte. Das Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut veranstaltete ein Symposium, bei dem wirtschaftswissenschaftliche Forschungsergebnisse zu aktuellen Fragestellungen vorgestellt wurden.

Die Palette der diskutierten Themen reichte von Umweltinnovationen und ihrem Wert für die Unternehmen über Beschäftigungsprobleme gering Qualifizierter bis zu der Frage, inwieweit durch Messfehler des deutschen Preisindexes für die Lebenshaltung die Inflationsrate in Deutschland zu hoch angesetzt wird. Das ZEW ehrte mit dem Symposium einen Mann, der als wissenschaftlicher Direktor in den Jahren 1991 bis 1997 entscheidenden Anteil am erfolgreichen Aufbau des Instituts hatte.

Königs Leistung als Hochschullehrer an der Universität Mannheim, deren Rektor er auch für einige Jahre gewesen ist, fand ihren sichtbaren Ausdruck darin, dass zu der ZEW-Veranstaltung eine ganze Reihe seiner ehemaligen Schüler, die inzwischen selbst zu akademischen Würden gelangt sind, nach Mannheim gekommen waren. Wie sein Nachfolger als wissenschaftlicher Direktor des ZEW, Professor Dr. Wolfgang Franz, ebenfalls ein König-Schüler, in seiner Eröffnungsrede betonte, war das Symposium ganz bewußt nicht auf eine engere Fragestellung begrenzt worden. Vielmehr sollte ein möglichst breites wirtschaftswissenschaftliches Themenspektrum behandelt werden. Die Absicht dabei war, den vielfältigen Interessen Königs auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften Rechnung zu tragen.

Das Eingangsreferat befaßte sich mit der Bedeutung von Umweltinnovationen für die Unternehmen und fragte nach den Gründen, weshalb Unternehmen in Umwelttechnologie investieren. Der Folgebeitrag analysierte, ob und inwieweit sich Kooperationen auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung für die Unternehmen, die solche Kooperationen eingehen, auch tatsächlich auszahlen. Eine weitere Fragestellung, die auf dem Symposium behandelt wurde, war, inwieweit der technologische Wandel und der zunehmende internationale Handel für die immer schwierigere Beschäftigungssituation gering qualifizierter Arbeitnehmer in Deutschland verantwortlich sind. Diskutiert wurde darüberhinaus, inwieweit sich Zins- und Wechselkurserwartungen an den Finanzmärkten prognostizieren lassen und ob sich externe wirtschaftspolitische Ereignisse (zum Beispiel EU-Wirtschaftsgipfel) in den Erwartungen von Finanzmarktexperten niederschlagen. Last but not least wurde vor dem Hintergrund der Diskussion über den Consumer Price Index in den USA im Abschlußvortrag die provokante Behauptung aufgestellt - und heiß diskutiert  -, dass auch der deutsche Preisindex für die Lebenshaltung mit großer Wahrscheinlichkeit die tatsächliche Preissteigerung überschätzt.

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02.02.1998

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