Die jüngsten Kursstürze an den Börsen haben bisher keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Konjunktur-Einschätzungen der Analysten. Die ZEW-Konjunkturerwartungen gehen im Juli leicht um 0,5 Punkte gegenüber dem Vormonat zurück und stehen nun bei 69,1 Punkten.

Sie liegen damit weiterhin oberhalb ihres historischen Mittelwertes von etwa 34 Punkten. Die ungewöhnliche Diskrepanz zwischen den ZEW-Konjunkturerwartungen und der Börsenentwicklung bleibt somit bestehen. Nach den starken Anstiegen zu Beginn des Jahres bewegt sich der Indikator nun seit einigen Monaten seitwärts. Da der Indikator der realen Wirtschaft um etwa ein halbes Jahr vorausläuft, sollte sich daher die Erholung der Industrieproduktion auch im zweiten Halbjahr fortsetzen.

An der Umfrage im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, haben sich in diesem Monat 325 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Sie wurden nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt. Der Indikator Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung (auf Sicht von sechs Monaten) in Deutschland wieder.

Die Einschätzung der derzeitigen Konjunkturlage hat sich im Juli zum zweiten Mal in Folge verbessert. Zwar bewerten noch immer 72 Prozent der Befragten die derzeitige Situation als schlecht, zur Jahreswende waren es dagegen noch 87 Prozent.

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Datum

09.07.2002

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