Der Förderkreis Wissenschaft und Praxis am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung e.V. hat erstmals am ZEW in Mannheim zwei neu gestiftete Wissenschaftspreise verliehen. Dr. Dominik Rehse, Senior Researcher am ZEW, wurde für die beste wissenschaftliche Leistung ausgezeichnet. Der Preis für das beste wirtschaftspolitische Beratungsprojekt ging an die ZEW-Wissenschaftler/innen Prof. Dr. Irene Bertschek, Dr. Jörg Ohnemus, Dr. Thomas Niebel und Dr. Christian Rammer. Beide Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Überreicht wurden die Ehrungen von Claudia Diem, Vorständin bei der Baden-Württembergischen Bank und Mitglied des Vorstands des Förderkreises Wissenschaft und Praxis am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung e.V.

Dr. Dominik Rehse, Dr. Jörg Ohnemus, Dr. Thomas Niebel, Claudia Diem, Prof. Dr. Irene Bertschek, Dr. Christian Rammer (v.l.)
Dr. Dominik Rehse, Dr. Jörg Ohnemus, Dr. Thomas Niebel, Claudia Diem, Prof. Dr. Irene Bertschek, Dr. Christian Rammer (v.l.)

Dr. Dominik Rehse wurde für sein Papier „The Effects of Uncertainty on Market Liquidity: Evidence from Hurricane Sandy”, das er zusammen mit seinen Koautoren Ryan Riordan, Nico Rottke und Joachim Zietz verfasst hat, für die beste wissenschaftliche Leistung am ZEW im Jahr 2017/2018 ausgezeichnet. Das Papier untersucht, ob sich Unsicherheit nachteilig auf die Marktliquidität von Aktien auswirkt. Dazu wird der Hurrikan Sandy, der im Oktober 2012 an der Ostküste der USA wütete und ungewöhnlicherweise bei New York City auf Land traf, als ein Unsicherheit stiftendes Ereignis für die empirische Analyse genutzt. Im Detail wird untersucht, wie die Aktien von Immobilienunternehmen mit Immobilien in der vom Hurrikan betroffenen Region im Vergleich zu Aktien von Immobilienunternehmen ohne solche Immobilien an der New Yorker Börse vor dem Auftreffen des Hurrikans gehandelt werden. Die Ergebnisse zeigen weniger Handelsaktivität und eine höhere Geld-Brief-Spanne bei den über Unsicherheit vom Hurrikan betroffenen Aktien. Damit bestätigen die Ergebnisse die vermuteten negative Auswirkungen von Unsicherheit auf das Marktgeschehen. Das prämierte Papier wird in Kürze im „Journal of Financial Economics“ erscheinen.

Unsicherheit sei ein entscheidender Faktor für das Entstehen und den Verlauf von wirtschaftlichen und politischen Krisen – dies habe sich auch in der Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 gezeigt. Vor diesem Hintergrund stelle die Arbeit von Dominik Rehse und seinen Koautoren eine wirtschaftspolitisch hoch relevante Analyse dar, die helfe, die Finanzmärkte unter Unsicherheit besser zu verstehen und für Unsicherheit erzeugende Ereignisse besser gerüstet zu sein, begründete Claudia Diem vom Förderkreis Wissenschaft und Praxis am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung e.V. die Preisentscheidung. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt, weshalb sich das Papier unter den Einreichungen durchgesetzt habe, so Diem, sei seine wissenschaftliche Exzellenz, die sich durch das Erscheinen der Arbeit in einem der führenden Journale der Finanzökonomie widerspiegle.

Fundierte Analysen zum Stand der Digitalisierung

Die ZEW-Wissenschaftler/innen Prof. Dr. Irene Bertschek, Dr. Jörg Ohnemus, Dr. Thomas Niebel und Dr. Christian Rammer teilen sich als Autorenteam den Preis für das beste wirtschaftspolitische Beratungsprojekt am ZEW 2017/2018. Ihre prämierte Studie „Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2017“ erscheint jährlich seit dem Jahr 2012 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums und bietet fundierte Analysen zum Stand der Digitalisierung in Deutschland sowie im internationalen Vergleich. Der „Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2017“ habe eine sehr hohe Sichtbarkeit in der Politik, erläuterte Claudia Diem. Der Report werde beispielsweise regelmäßig beim nationalen Digital-Gipfel diskutiert. Über die Jahre habe er sich als wichtige Informationsgrundlage für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels etabliert, führte sie weiter aus.

Die beiden Preise wurden am 04. Dezember 2018 im Rahmen einer Vortragsveranstaltung in der Reihe „Wirtschaftspolitik aus erster Hand“ am ZEW überreicht. Der Förderkreis Wissenschaft und Praxis am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung e.V. hatte die Vortragsveranstaltung unterstützt. Die Preise für das beste wissenschaftliche Papier am ZEW sowie für das beste Beratungsprojekt am ZEW werden in Zukunft jährlich vom Förderkreis Wissenschaft und Praxis am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung e.V. ausgelobt. „Es freut mich, dass unser Förderkreis die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am ZEW mit den beiden Preisen so engagiert unterstützt. Die mit den Preisen verbundene Reputation und das Preisgeld sind ein zusätzlicher Ansporn für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weiter auf erstklassigem Niveau zu forschen, zu publizieren und zu beraten. Ein herzliches Dankeschön an unseren Förderkreis und seine Mitglieder für diese tolle Initiative“, sagt der kaufmännische Direktor des ZEW, Thomas Kohl. Über ihre Mitgliedschaft im Förderkreis unterstützen mittlerweile bereits rund 140 große und mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen die Arbeit des ZEW. So fördert der Verein ideell und finanziell unter anderem praxisrelevante Forschungsprojekte und unterstützt die Organisation von Vortragsreihen mit hochkarätigen Referenten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft am ZEW.

Datum

05.12.2018

Kontakt

Pressereferentin

Tel.: +49 0621 1235-133

sabine.elbert@zew.de