ZEW-Bankenexpertin Karolin Kirschenmann zum EU-Bankenstresstest

Kommentar

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat heute die Ergebnisse ihres Stresstest veröffentlicht, dem sie die 50 Banken im Euroraum unterzog. Dr. Karolin Kirschenmann, stellvertretende Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement” am ZEW Mannheim erklärt dazu:

„Es überrascht nicht, dass der errechnete Eigenkapitalrückgang der Banken im aktuellen Stresstest größer ist als 2018. Hatte die EBA die Banken diesmal doch mit einem sehr herausfordernden Szenario konfrontiert, das auch die staatlichen Corona-Hilfsmaßnahmen berücksichtigt. Durch die Simulation einer verlängerten Corona-Pandemie in einem Umfeld weiterhin niedriger Zinsen gewinnt die Überprüfung des europäischen Bankensystems an Glaubwürdigkeit. Positiv ist auch, dass die europäischen Banken seit der Finanzkrise ihre Eigenkapitalausstattung verbessert haben und somit widerstandsfähiger geworden sind. Der diesjährige Stresstest ist für die Banken insofern besonders bedeutend, da die EZB die Ergebnisse aus dem herausfordernden Szenario verwenden wird, um die institutsspezifischen Eigenkapitalzuschläge zu berechnen. Die Banken können so realistischer planen.“