Die Gewinnmargen deutscher Exporteure bleiben im wesentlichen von Wechselkursschwankungen unbeeinflußt. Im Durchschnitt über 65 ausgewählte Exportprodukte wird eine reale Aufwertung der Mark zu 20 Prozent durch eine Senkung der Gewinnmargen ausgeglichen, die restlichen 80 Prozent werden in Form einer Preissteigerung auf den ausländischen Markt weitergereicht. Der Grad der Weitergabe variiert jedoch nach Produkten und Zielländern. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim über Preissetzungsstrategien auf Exportmärkten zwischen 1988 und 1994.

Eine Anpassung der Gewinnmargen bei einer realen Wechselkursänderung ist vor allem für die Zielländer Japan, Italien, Spanien, Finnland und die USA zu beobachten. Bei Exporten nach Japan geht im Durchschnitt über die betrachteten 65 Produkte eine zehnprozentige Abwertung der Mark mit einer drei- bis vierprozentigen Erhöhung der Gewinnspanne einher. Für Italien und Spanien wurde die Aufwertung der Mark Anfang der 90er Jahre mit einer Senkung der Gewinnspanne um fast sechs Prozent ausgeglichen. Auch für die USA wird ein Großteil der Wechselkursschwankungen durch eine Anpassung der Gewinnmarge ausgeglichen. Für die meisten Auslandsmärkte - insbesondere für kleine Märkte und Märkte in Übersee - spielt diese Preissetzungsstrategie jedoch keine Rolle, da der Anteil dieser Länder an der Gesamtausfuhr nur sehr gering ist.

In der ZEW-Untersuchung wird auch der Zusammenhang zwischen der Anpassung der Gewinnspanne und dem Marktanteil im Ausland deutlich. So gelang es deutschen Exporteuren in Spanien und Italien, durch Preiszugeständnisse ihre Marktanteile für bestimmte Produkte zu verteidigen. Reichten sie dagegen Wechselkursschwankungen vollständig weiter, so führte die Verteuerung in ausländischer Währung zu sinkenden Anteilen in den entsprechenden Märkten.

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Datum

22.09.1998

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