In der aktuellen Umfrage von Oktober (02. – 17.10.2018) steigen die Konjunkturerwartungen für China wieder. Der CEP-Indikator, der die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten/-innen für China auf Sicht von zwölf Monaten wiedergibt, legt um 14 Punkte auf einen aktuellen Wert von minus 2,0 Punkten zu (September 2018: minus 16,0 Punkte). Der langfristige Durchschnitt von 3,9 Punkten wird damit abermals deutlich unterschritten. Die Konjunktursituation Chinas wird mit einem Saldo von minus 3,9 Punkten um 5,7 Punkte schlechter eingeschätzt als im Vormonat.

Der CEP-Indikator ist in der Oktober-Umfrage gestiegen und liegt aktuell bei minus 2,0 Punkten.
Der CEP-Indikator ist in der Oktober-Umfrage gestiegen und liegt aktuell bei minus 2,0 Punkten.

„Auch wenn der CEP-Indikator im Oktober gestiegen ist, weist er noch immer einen relativ niedrigen Wert auf. Zusammen mit der verschlechterten Lageeinschätzung ergibt sich ein ungünstigerer Ausblick für das Wirtschaftswachstum Chinas im Laufe der nächsten zwölf Monate“, sagt Dr. Michael Schröder, Senior Researcher im ZEW-Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ und Projektleiter der CEP-Erhebung.

Die neuesten Konjunkturzahlen des Staatlichen Amtes für Statistik der Volksrepublik China zeigen einen leichten Rückgang des Wachstums des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal auf 6,5 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr. Für die Folgeperioden sehen die Teilnehmer/-innen der CEP-Umfrage eine weitere Abschwächung. Für das erste Quartal 2019 prognostizieren die Experten/-innen eine Wachstumsrate des realen BIP von 6,4 Prozent und für das gesamte Jahr 2019 sogar von nur noch 6,3 Prozent.

Handelskonflikt mit den USA belastet Importerwartungen

Die Einschätzungen zu den Exporten Chinas haben sich im Vergleich zum September zwar verbessert, liegen aber mit minus 4,2 Punkten noch im negativen Bereich. Die Erwartungen zum Welthandelsanteil gingen um 11,9 Punkte zurück und liegen aktuell bei 0,1 Punkten. Die negativen Auswirkungen des Handelskonfliktes mit den USA zeigen sich besonders bei den Importerwartungen. Diese gehen um 22,9 Punkte auf minus 20,9 Punkte zurück. Dahinter steht die Prognose, dass Unternehmen und private Haushalte auf Grund zollbedingt steigender Preise ihre Nachfrage nach ausländischen Gütern reduzieren werden.

„Die relativ hohe Volatilität des CEP-Indikators und der Erwartungen zu anderen ökonomischen Faktoren zeigt die große Sensibilität mit Blick auf die Entwicklungen im Handelskonflikt mit den USA. Da die Haltungen im Handelskonflikt sehr veränderlich sind, steigt auch die Volatilität der Erwartungen und drückt damit die gegenwärtige Verunsicherung der Experten/-innen aus“, erklärt Michael Schröder.

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Dr. Michael Schröder, Telefon 0621/1235-368, E-Mail michael.schroeder@zew.de