Trotz bemerkenswerten Anpassungsfortschritts liegt die Produktivität der ostdeutschen Industrie nach wie vor unterhalb des westdeutschen Niveaus. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen ostdeutschen Unternehmen hinsichtlich ihrer Produktivität erheblich. Deutlich zeigt sich, daß innovative im Vergleich zu nicht-innovativen Unternehmen eine signifikant bessere Produktivitätsentwicklung aufweisen. Auch bei Unternehmen, an denen westdeutsche oder ausländische Unternehmen beteiligt sind, gleicht sich die Produktivität schneller an das westdeutsche Niveau an als bei unabhängigen Unternehmen. Dies geht aus einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim hervor.

Ostdeutsche Unternehmen, die bereits zu Beginn des Transformationsprozesses Produkt- oder Prozeßinnovationen durchführten, erzielten innerhalb von zwei Jahren einen Produktivitätsvorsprung von sechs Prozent gegenüber nicht-innovativen Unternehmen. 1994 hatten die innovativen Unternehmen bereits 73 Prozent des westdeutschen Produktionsniveaus erreicht, zwei Jahre zuvor waren es erst 62 Prozent. Die ZEW-Studie zeigt, daß Prozeßinnovatoren, die kleinste Gruppe unter den innovativen Unternehmen, am stärksten aufholen konnten: Ihre Produktivität lag 1994 bei 77 Prozent des westdeutschen Niveaus.

Unternehmen mit westdeutscher oder ausländischer Beteiligung erzielten im Vergleich zu unabhängigen Unternehmen bereits 1993 einen acht Prozent, 1994 einen 13,5 Prozent höheren Produktivitätsfortschritt. 1994 betrug die Produktivität der Beteiligungsunternehmen 78 Prozent des westdeutschen Niveaus. Die unterschiedliche Produktivitätsentwicklung der ostdeutschen Unternehmen spiegelt sich auch in der Entlohnung der Arbeitnehmer wider. So ist das Tempo, mit dem sich der Lohn dem westdeutschen Niveau angleicht, bei Unternehmen, die Prozeßinnovationen durchführen, und bei Unternehmen mit Beteiligungen höher.

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Datum

20.10.1998

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