Die Bundesregierung hat einen ersten Entwurf ihrer Datenstrategie vorgelegt, der heute im Digitalkabinett diskutiert wird. Ziel der Strategie ist unter anderem, den Zugang zu Daten zu sichern und ihre Bereitstellung zu verbessern. Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“ am ZEW Mannheim, nimmt dazu Stellung:

ZEW-Ökonomin Prof. Dr. Irene Bertschek zum ersten Entwurf einer Datenstrategie der Bundesregierung.
ZEW-Ökonomin Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“, über die Notwendigkeit einer Datenstrategie der Bundesregierung.

„Nicht zuletzt seit Beginn der Corona-Krise ist klar geworden, wie wichtig Daten und deren Nutzung sind, um gute Entscheidungen treffen zu können. Daher ist es höchste Zeit für eine zukunftsfähige Datenstrategie, deren Entwurf jetzt konstruktiv diskutiert werden sollte. Wichtig ist dabei, dass sich sowohl der Zugang zu Daten als auch die Nutzungsmöglichkeiten verbessern. Nutzungsmöglichkeiten ergeben sich beispielsweise durch die Verknüpfung verschiedener Datensätze. Zudem sollten die zum Teil hoch fragmentierten Regelungen des Datenschutzes auf Bundes- und Landesebene vereinheitlicht werden.

In Anlehnung an die EU-Datenstrategie ist, neben einem übergeordneten Rahmen, eine sektorenspezifische Vorgehensweise angebracht. Vonseiten der Forschung liegen Vorschläge für die Nutzung von Daten für wissenschaftliche Zwecke vor. Diese Vorschläge sollten beim Beschluss der Datenstrategie berücksichtigt werden. Angesichts der Vielzahl der geplanten Maßnahmen ist es zielführend, in einigen Aktionsfeldern mit Pilotprojekten zu starten und die Umsetzung der Datenstrategie, wie vorgesehen, mit einem Monitoring stetig zu verfolgen.“

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07.10.2020

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