In der aktuellen Umfrage vom Januar 2021 (11.01. – 20.01.2021) steigt der CEP-Indikator um 23,6 Punkte. Mit einem Wert von 54,9 Punkten erreicht der Indikator damit wieder das sehr hohe Niveau vom November 2020. Der CEP-Indikator, der auf Basis des China Economic Panel (CEP) vom ZEW Mannheim in Kooperation mit der Fudan Universität, Shanghai, erhoben wird, gibt die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten/-innen für China auf Sicht von zwölf Monaten wieder.
 

Der CEP-Indikator ist in der Januar-Umfrage um 23,6 Punkte gestiegen und steht derzeit bei 54,9 Punkten.
Die Expertinnen und Experten gehen von einer Fortsetzung einer konjunkturstützenden Wirtschaftspolitik aus.

Die Bewertung der aktuellen Konjunktursituation geht um 1,6 Punkte leicht zurück und liegt damit bei einem nach wie vor sehr hohen Wert von 42,2 Punkten. Diese positive Lageeinschätzung spiegelt den verglichen mit der EU oder den USA recht guten Verlauf des Wirtschaftswachstums im Jahr 2020 wider. So wies das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur im ersten Quartal 2020 einen Rückgang auf und wuchs im vierten Quartal 2020 wieder um 6,5 Prozent zum Vorjahresquartal. Für das gesamte Jahr ergibt sich ein Wachstum von 2,3 Prozent.

Im ersten Quartal 2021 soll das reale BIP-Wachstum sogar noch weiter zulegen und entsprechend den Prognosen bei acht Prozent (relativ zum Vorjahr) liegen. Im Jahresverlauf zeigen die Prognosen jedoch eine leichte Abschwächung der dynamischen Erholung: Für das zweite Quartal wird eine Zunahme des realen BIP um 5,9 Prozent prognostiziert. Dies ist auch die erwartete Wachstumsrate für das gesamte Jahr 2021. Nach wie vor gehen die Umfrageteilnehmerinnen und –teilnehmer davon aus, dass die chinesische Regierung mit konjunkturpolitischen Maßnahmen das Wachstum stützen wird. Entsprechend wird auch mit einer weiter zunehmenden Verschuldung das Staates und der Unternehmen gerechnet.

„Die positiven Aussichten für China für das laufende Jahr zeigen sich praktisch in allen in unserer Umfrage erfassten Branchen und allen wichtigen Wirtschaftsregionen Chinas. Lediglich für Hong Kong sowie mit Abstrichen auch Tianjin sind die Aussichten deutlich unterdurchschnittlich“, sagt Dr. Michael Schröder, der im ZEW-Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ die Umfrage verantwortet.

Für 2022 gehen die Expertinnen und Experten allerdings davon aus, dass sich in der chinesischen Wirtschaft erneut der langfristig abwärts gerichtete Trend bei den Wachstumsraten des BIP wieder durchsetzen wird. Für 2022 rechnen sie daher nur mit einem für China eher verhaltenen Wachstum von 4,9 Prozent.