Das Wachstum im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hat sich im zweiten Quartal 2003 besser entwickelt, als es die Unternehmen im vorangegangenen Quartal prognostiziert hatten. Die saisonbereinigte jährliche Umsatzwachstumsrate ist leicht von 1,7 Prozent im Vorquartal auf 1,8 Prozent im zweiten Quartal 2003 gestiegen.

Auch wenn das Wachstumsniveau nicht den Stand des zweiten Quartals 2002 erreicht hat, so zeugen doch die positiven Erwartungen für das dritte Quartal 2003 von einer besseren Grundstimmung im Wirtschaftszweig als vor einem Jahr.

Dies ist Ergebnis einer Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im Juni und Juli 2003 durchgeführt hat. An der Umfrage beteiligten sich rund 1.100 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).

Der leichte Anstieg der jährlichen Umsatzwachstumsrate der Dienstleister der Informationsgesellschaft wird von einer positiven Umsatzentwicklung bei den westdeutschen Unternehmen des Wirtschaftszweigs getragen. Die jährliche Umsatzwachstumsrate der westdeutschen Dienstleister der Informationsgesellschaft ist im zweiten Quartal 2003 auf 2,2 Prozent gestiegen. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2003. Bei den ostdeutschen Dienstleistern der Informationsgesellschaft ist diese konjunkturelle Stabilisierung hingegen nicht eingetreten. Hier liegt die jährliche Umsatzwachstumsrate im zweiten Quartal 2003, wie schon im Vorquartal, bei -0,1 Prozent.

Die Nachfrage hat sich sowohl bei den westdeutschen als auch bei den ostdeutschen Dienstleistern der Informationsgesellschaft im zweiten Quartal 2003 gegenüber dem ersten Quartal 2003 leicht verbessert. Der Saldo aus positiven und negativen Veränderungen der Nachfrage ist für den gesamten Wirtschaftszweig zwar noch immer negativ, ist aber von -14 auf -8 Prozentpunkte gestiegen. Für die ostdeutschen Unternehmen erreicht der Saldo aus positiven und negativen Nachfrageänderungen mit -15 Prozentpunkten erstmals wieder das Niveau des ersten Quartals 2002.

Aufgrund der immer noch schwachen Weltkonjunktur und auch wegen der anhaltenden Unsicherheit im Hinblick auf die Reformpläne der Regierung halten Konjunkturanalysten sich zurück, ein Ende des konjunkturellen Abschwungs in Deutschland zu verkünden. Im Gegensatz dazu geben die Erwartungen der westdeutschen Dienstleister der Informationsgesellschaft für ihre wirtschaftliche Entwicklung im dritten Quartal 2003 ein erfreulicheres Bild ab und lassen hoffen, dass sich zumindest bei den westdeutschen Unternehmen des Wirtschaftszweigs die konjunkturelle Lage in der zweiten Jahreshälfte 2003 erholt. Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen ist hier für Umsatz, Nachfrage und Ertrag positiv. Die ostdeutschen Dienstleister der Informationsgesellschaft hingegen sehen ihre nahe Zukunft pessimistischer als ihre westdeutschen Konkurrenten. Der Saldo aus positiven und negativen Umsatzerwartungen ist zwar auch bei den ostdeutschen Unternehmen positiv, aber auf deutlich niedrigerem Niveau als in Westdeutscland. Bei Nachfrage und Ertrag überwiegt bei den ostdeutschen Unternehmen per Saldo der Umsatzanteil der Unternehmen, die von einer Verschlechterung dieser konjunkturellen Indikatoren ausgehen.

Was die Entwicklung des Personalbestands im Wirtschaftszweig angeht, sind sowohl die ostdeutschen als auch die westdeutschen Dienstleister der Informationsgesellschaft pessimistisch. In beiden Landesteilen überwiegt der Umsatzanteil der Dienstleister, die erwarten, im dritten Quartal 2003 Personal abzubauen, den Umsatzanteil derjenigen, die erwarten, Personal einzustellen. Positiv ist, dass der Umsatzanteil der Unternehmen, die damit rechnen, im dritten Quartal Personal entlassen zu müssen (etwa 20 Prozent), deutlich unter dem Umsatzanteil der Unternehmen liegt, die im zweiten Quartal Personal abgebaut haben (etwa 45 Prozent).

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Datum

23.07.2003

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