Jedes Dritte Unternehmen im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft, der sowohl IKT-Dienstleister als auch wissensintensive Dienstleistungsbranchen umfasst, ist im Export aktiv. "Dabei ist für diese Dienstleister das deutschsprachige Ausland der wichtigste Absatzmarkt, dicht gefolgt vom restlichen Westeuropa", sagt Jenny Meyer, Wissenschaftlerin am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)in Mannheim.

Von den wissensintensiven Dienstleistern, also Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung und Werbung, die exportieren, liefern mehr als 90 Prozent ihre Dienstleistungen ins deutschsprachige Ausland. Bei den IKT-Dienstleistern, zu denen Softwareunternehmen, IT-Dienste, IKT-Händler und Telekommunikationsdienstleister gehören, ist Westeuropa ohne Österreich und die Schweiz die wichtigere Exportregion. Etwa 87 Prozent dieser Unternehmen exportieren nach Westeuropa. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das ZEW in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im November und Dezember 2008 durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage am Ende der Pressemitteilung).

Auf dem dritten Platz der wichtigsten Exportregionen der Dienstleister der Informationsgesellschaft liegt Osteuropa. Etwa 56 Prozent der exportierenden Dienstleistungsunternehmen sind in dieser Region aktiv. Dabei sind die wissensintensiven Dienstleister in dieser Region erheblich stärker engagiert als die IKT-Dienstleister. Rund 60 Prozent der wissensintensiven Dienstleister exportieren nach Osteuropa. Von den IKT-Dienstleistern sind es nur etwa 43 Prozent. Nordamerika ist für die Dienstleister der Informationsgesellschaft, mit etwa 46 Prozent der Nennungen, als Exportregion der viertwichtigste Absatzmarkt. Asien, Afrika und andere Länder und Regionen spielen, besonders für die IKT-Dienstleister, eine eher untergeordnete Rolle. Während jeweils etwa 29 Prozent der wissensintensiven Dienstleister ihre Dienstleistungen nach Afrika, etwa 35 Prozent in andere Länder und Regionen und etwa 45 Prozent nach Asien exportieren, liegt dieser Anteil bei den IKT-Dienstleistern jeweils unter 25 Prozent, für Afrika sogar unter 10 Prozent.

Die Konjunkturumfrage von ZEW und Creditreform

An der vierteljährlichen Umfrage beteiligen sich jeweils rund 1000 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Software und IT-Dienste, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).

Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage

Allgemeine methodische Hinweise

Beschreibung des bei der ZEW/Creditreform angewendeten Hochrechnungsverfahrens

Anmerkung zur Hochrechnung

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".

Für Rückfragen zum Inhalt

Dr. Jenny Meyer, E-Mail: meyer@zew.de

Datum

14.01.2009

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