In der aktuellen Umfrage vom Oktober (06.–14.10.2020) steigt der CEP-Indikator um 5,6 Punkte auf 50,0 Punkte. Dies ist erneut ein neuer Rekordwert für die seit Mitte 2013 bestehende Umfrage. Der Anstieg ist zwar etwas geringer als im Vormonat, als der Indikator sich um 18,3 Punkte verbesserte, der Konjunkturoptimismus nimmt aber weiter recht deutlich zu. Der CEP-Indikator, der auf Basis des China Economic Panel (CEP) in Kooperation mit der Fudan Universität, Shanghai, erhoben wird, gibt die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten/-innen für China auf Sicht von zwölf Monaten wieder.

Zunehmender Konjunkturoptimismus auch in der Oktober-Unfrage.
Der CEP-Indikator gibt die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten/-innen für China auf Sicht von zwölf Monaten wieder. Im Oktober steigt er, laut Umfrage, um 5,6 Punkte auf einen neuen Wert von 50,0.

Die Bewertung der aktuellen Konjunktursituation steigt ebenfalls weiter an. Der Lageindikator liegt im Oktober bei 5,9 Punkten, 4,0 Punkte mehr als im Vormonat. „Auffallend ist, dass inzwischen 84 Prozent der Expertinnen und Experten davon ausgehen, dass sich die Konjunktur leicht oder sogar stärker verbessern wird. Im Vormonat gingen knapp 70 Prozent von einer Verbesserung aus“, sagt Dr. Michael Schröder, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“.

Vor-Corona-Wachstum erst in 2022

Die Stärke der konjunkturellen Verbesserung wird von den Expertinnen und Experten allerdings nicht mehr so hoch eingeschätzt wie im September 2020. Die Wachstumsprognose für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt für das laufende Jahr 1,9 Prozent, im Vormonat wurden noch 2,7 Prozent angenommen. Auch die Prognose für 2021 sinkt um einen Prozentpunkt von 5,7 Prozent (Septemberumfrage) auf aktuell 4,7 Prozent. „Das wäre für das von der Corona-Krise heimgesuchte Land zwar immer noch ein großer Erfolg, allerdings läge ein Wachstum von 4,7 Prozent deutlich unter den für China zuvor gewohnten sechs bis 6,7 Prozent. Der vor Corona übliche Wachstumspfad wird nach Ansicht der Expertinnen und Experten somit erst ab 2022 wieder erreicht sein“, erklärt Michael Schröder.

Shenzhens Wachstumserwartungen legen zu Ungunsten von Hong Kong zu

Bei den Erwartungen für die Entwicklung der wichtigsten Wirtschaftsregionen fällt auf, dass die Werte für Hong Kong mit minus 36,9 Punkten stark im negativen Bereich verharren. Die Wachstumserwartungen für die auf dem Festland gegenüber von Hong Kong liegende Stadt und Region Shenzhen liegt dagegen bei 39,5 Punkten und legte damit gegenüber dem Vormonat noch einmal um 7,7 Punkte zu. „Die Expertinnen und Experten gehen offenbar davon aus, dass die chinesische Regierung Shenzhen zu Ungunsten von Hong Kong als wirtschaftliches Aushängeschild Süd-Chinas weiter fördern wird“, so Schröder.