Trotz gravierender ökonomischer und politischer Folgen von Finanzkrisen ist der Zusammenhang zwischen dem Finanzsektor und der makroökonomischen Entwicklung bisher unzureichend erforscht. In der aktuellen Forschung werden Finanzmarktfriktionen in theoretische Modelle integriert, welche dazu dienen, Spillover-Mechanismen vom Finanzsektor zur realen Ökonomie zu analysieren. Diese Modelle zeigen hochgradig nicht-lineare Verstärkungseffekte, welche unsere empirische Analyse über das Ausmaß der Instabilitäten sowie deren dynamische Mechanismen motivieren. Im Speziellen werden wir Feedback-Effekte zwischen Rezessionen und Finanzmarktstress und die Bedeutung der Heterogenität zwischen den Euro-Länder untersuchen, die bisher nicht hinreichend analysiert wurden. Dazu verwenden wir ein nicht-lineares vektorautoregressives Modell mit glattem Übergang, welches einen angemessenen Modellrahmen zur Analyse der zuvor beschriebenen Instabilitäten darstellt. Jedoch ist dieser Modelltypus mit substanziellen Optimierungsproblemen behaftet, für die wir in unserem Projekt eine Lösung erarbeiten werden. Die Ergebnisse werden folglich datenbasierte Politikempfehlungen darstellen, die eine höhere Reliabilität aufweisen als vorherige. Das Projekt wird im Einklang mit den zentralen Forschungszielen des SEEK-Programms realisiert. Wir werden Erkenntnisse über die Folgen einer unzureichend integrierten europäischen Ökonomie gewinnen. Vor diesem Hintergrund werden wir die Rolle destabilisierender Effekte, die aus dem Finanzsektor entstehen, sowie ihren interdependenten Zusammenhang mit der ökonomischen Aktivität analysieren. Somit wird das Projekt zu einem besseren Verständnis von politischen Zusammenhängen sowohl auf nationaler als auch auf supranationaler Ebene der Euro-Länder anhand eines zuverlässigeren Modellrahmens beitragen.