Inhalt dieses Projektes war die empirische Überprüfung wirtschaftspolitischer Maßnahmen vor dem Hintergrund zunehmender Beschäftigungsprobleme in der Bundesrepublik Deutschland. Die theoretischen Grundlagen der Untersuchung basierten auf den Ergebnissen der Neuen Keynesianischen Makroökonomie. Es konnte gezeigt werden, dass die grundsätzliche Festlegung auf entweder eine angebots- oder eine nachfrageorientierte Politik, wie sie in den bisher vorliegenden empirischen Modellen gegeben ist, den tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerecht wird. Die Grundlage für die empirischen Untersuchungen bildete ein makroökonometrisches Modell temporärer Ungleichgewichte für die westdeutsche Volkswirtschaft, welches mit Quartalsdaten für den Zeitraum von 1960 bis 1994 geschätzt wurde. Das Modell ist in der Lage für Ungleichgewichte auf einzelnen Märkten, wie beispielsweise dem Arbeitsmarkt, unterschiedliche Ursachen zu identifizieren und zu quantifizieren. Auf der Basis dieser Ergebnisse können dann Strategien zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit formuliert werden, die je nach dominierendem Regime angebots- oder nachfrageorientiert sein können. Um genauere Aussagen über die Wirkungen einzelner wirtschaftspolitischer Instrumente insbesondere im Zusammenhang mit unterschiedlichen Regimen auf dem Arbeitsmarkt machen zu können, wurde der Staatssektor in dem Modell detaillierter als in früheren Versionen modelliert. Die Erweiterung zielte dabei auf eine Disaggregation sowohl der staatlichen Einnahmen als auch der Ausgaben. Zusätzlich wurde eine Reaktionsfunktion für die Geldpolitik geschätzt, mit der das Zusammenwirken von Geld- und Fiskalpolitik im Rahmen von wirtschaftspolitischen Simulationen abgebildet werden kann. Es zeigte sich, dass die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen wesentlich von dem bestehenden Regime bestimmt wird.

Projektzeitraum

01.04.1997 - 31.03.1999

Kontakt

Kooperationspartner

Dr. Peter Winker, Universität Mannheim, Mannheim