Dieses Projekt untersuchte, inwieweit Weiterbildungsanstrengungen, der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, Unternehmensgröße sowie die Qualifikationsstruktur der Mitarbeiter die Entscheidung von Unternehmen beeinflussen, bestimmte EDV-Dienstleistungen an externe Anbieter auszulagern. Die Alternative ist, sie selbst zu erstellen, wozu üblicherweise Weiterbildungmaßnahmen oder das Einstellen entsprechend qualifizierter Fachkräfte erforderlich sind. Aus Interviews mit Praktikern sowie aus der bestehenden Literatur wurden Hypothesen abgeleitet und empirisch überprüft. Zur Schätzung der Outsourcingwahrscheinlichkeiten wurde ein multivariates Probitmodell verwendet, also ein System von Probitmodellen mit korrelierten Fehlertermen. Als Datengrundlage für die ökonometrische Analyse diente die Konjunkturumfrage in zehn unternehmensnahen Dienstleistungsbranchen, die vom ZEW in Kooperation mit Credtitreform durchgeführt wird (die Umfrage wurde inzwischen umstrukturiert und weiter entwickelt, siehe Konjunkturumfrage Dienstleister der Informationsgesellschaft). Im Einzelnen werden die Branchen Architekten und technische Planer, Fahrzeug- und Maschinenvermieter sowie Unternehmensberater und Werbewirtschaft untersucht. Hauptergebnis der Untersuchung ist, dass Weiterbildungsanstrengungen, der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und die Qualifikationsstruktur nur sehr geringe Einflüsse auf die Fremdvergabe von IKT-Leistungen besitzen. Vielmehr scheint diese Entscheidung von Faktoren abzuhängen, die nicht unmittelbar beobachtet werden können (z.B. die Einstellung des Managements gegenüber IKT).