In diesem Projekt wird die Entwicklung von Erwerbsverhalten, Beschäftigung und Verdiensten deutscher und britischer Frauen über einen längeren Zeitraum hinweg empirisch untersucht. Den beiden Ländern ist gemeinsam, dass die Erwerbsbeteiligung der Frauen in den letzten Jahren langsam, aber kontinuierlich gestiegen ist. Gleichzeitig ist ein Wandel des generativen Verhaltens und der Familienstrukturen zu beobachten. Nach wie vor sehen sich Männer und Frauen jedoch unterschiedlichen Bedingungen auf den Arbeitsmärkten gegenüber.
Die bereits abgeschlossene deskriptive Messung der Entlohnung und Entlohnungsunterschiede von deutschen sowie britischen Frauen und Männern unterschiedlicher Qualifikationsgruppen über die gesamte Lohnverteilung hinweg greift auf umfassende deutsche und britische Datensätze zurück. Der Grund für die Untersuchung der gesamten Lohnverteilung besteht darin, dass sich die Lohnunterschiede danach unterschieden, welche Stelle der Lohnverteilung, oder analog, welches Qualifikationsniveau, betrachtet wird. Die empirische Modellierung beinhaltet eine Zerlegung der gesamten Lohnentwicklung in Effekte des Alters, der Kalenderzeit und der Zugehörigkeit zu einer Geburtskohorte.
Ein wichtiges Ergebnis der Untersuchungen der deutschen und britischen Lohnstrukturen zwischen 1975 und 1995 ist eine generelle Verringerung der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in beiden Ländern. Unterschiede im Ausmaß der Veränderung ergeben sich jedoch zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten sowie Qualifikationsgruppen. Auch die Position innerhalb der gesamten Lohnverteilung spielt eine wichtige Rolle. Sowohl in Deutschland, als auch in Großbritannien haben die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede, zumindest bei Vollzeitbeschäftigten, am stärksten für die geringer verdienenden Frauen innerhalb der getrennt untersuchten Qualifikationsgruppen abgenommen. In beiden Ländern ist das Lohnwachstum im Lebenszyklus für Frauen generell geringer als für Männer.
Eine der gleichen empirischen Modellierung folgende Analyse der Arbeitsmarktpartizipation und Beschäftigung deutscher Männer und Frauen ergab, dass die Unterschiede zwischen Männern und Frauen betreffs dieser Größen insgesamt zwischen 1975 und 1995 abgenommen haben. Allerdings sind die Unterschiede der Partizipation und Beschäftigung im Lebenszyklus persistent. Während die Lebenszyklusprofile der Frauen nach wie vor stark von der Familienphase gekennzeichnet sind, werden die Profile der Männer davon nicht beeinflußt.
Derzeit erfolgt eine Vergleich der Arbeitsmarktbeteiligung deutscher und britischer Frauen. Diese Untersuchung beinhaltet nicht mehr die Arbeitsmarktpartizipation, sondern Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung in Deutschland und Großbritannien und berücksichtigt darüber hinaus in beiden Ländern drei verschiedene Qualifikationsgruppen. Abschließend wird die gesamte Lohnverteilung in beiden Ländern auf Selektivität in der Erwerbsbeteiligung hin untersucht.
Die Realisierung des Projekts soll unter anderem ermöglichen, das Wissen über die Erwerbsverläufe der Frauen im Lebenszyklus und intergenerationale Veränderungen der Erwerbsrealitäten zu erweitern. Darüber hinaus sollen Handlungsempfehlungen für Gleichstellungs- und sozialpolitische Ziele gesellschaftlicher und staatlicher Akteure erarbeitet werden.

Auftraggeber

Hans-Böckler-Stiftung , Düsseldorf , DE

Projektzeitraum

01.01.2000 - 31.12.2001

Kontakt

Gaby Wunderlich

Projektteam

Prof. Bernd Fitzenberger, Ph.D. (Leitung)
Gaby Wunderlich

Kooperationspartner

Dr. Dorothe Bonjour, Queen Mary and Westfield College, University of London, London, UK
Dr. Christian Dustmann, University College London, London, GB, The Institute for Fiscal Studies, London, UK
Dr. Amanda Gosling, University of Essex, Colchester, GB, The Institute for Fiscal Studies, London, UK
Dr. Hedwig Prey, Forschungsinstitut für Arbeit und Arbeitsrecht, St. Gallen, CH
Dr. Viktor Steiner, ZEW, Mannheim, DE
Elke Wolf, ZEW, Mannheim, DE