Im Rahmen des Projektes wurden die im ersten DFG-Projektabschnitt formulierten Ziele weiterverfolgt. Einerseits handelt es es dabei sich um einen detaillierten Vergleich der Finanzierungsbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland und den USA. Hierzu wurden die im ersten Projektabschnitt erhobenen Primärdaten sowie vergleichbare Daten der US Small Business Administration genutzt. Vor dem Hintergrund institutioneller Unterschiede zwischen dem deutschen und dem US-amerikanischen Finanzierungssystem sollten neue Erkenntnisse zum Ausmaß und den Bestimmungsgründen von Finanzierungsrestriktionen gewonnen werden. Im Rahmen von Analysen zur Kreditantragstellung und –gewährung zeigte sich zunächst für beide Länder, daß gerade KMU verstärkt Kredite nachfragen, die aus Sicht der Banken zu den riskanteren Kreditnehmern zählen. D.h. gerade junge und finanziell angeschlagene Unternehmen mit weniger engen sowie kurzen Bankbeziehungen haben eine höhere Neigung, Kreditanträge zu stellen. Bei der Untersuchung der Determinanten der Kreditgewährung im Rahmen eines bivariaten Probitmodells zeigte sich dann für beide Länder, daß finanziell angeschlagene Unternehmen mit weniger engen und/oder kurzen Bankbeziehungen erwartungsgemäß mit einer Ablehnung ihres Kreditantrags rechnen müssen. Unter Verwendung der Zweigstellendatenbank der Deutschen Bundesbank konnte außerdem ein Konzentrationsmaß auf Kreisebene den deutschen Umfragedaten zugespielt werden. Mit Hilfe dieses Maßes konnten empirische Belege gefunden werden, die auf eine geringere Kreditverfügbarkeit für KMU in Kreisen mit geringer Bankenkonzentration hindeuten. Dies steht im Einklang mit Ergebnissen US-amerikanischer Untersuchungen, die bereits auf eine negative Wirkung des Bankenwettbewerbs auf die Kreditverfügbarkeit hingewiesen haben. Das zweite Ziel besteht in der Weiterentwicklung struktureller Ansätze zur Beschreibung des Investitions- und Innovationsverhaltens. Dabei wird inhaltlich vor allem eine Berücksichtigung der steuerlichen Rahmenbedingungen und methodisch die Anwendung neuartiger Schätzverfahren angestrebt, um die bisherigen Ergebnisse zum Vorliegen von Finanzierungsrestriktionen einer Überprüfung zu unterziehen. Als Datengrundlage wird hierfür die Unternehmensbilanzstatistik der Deutschen Bundesbank verwendet.

Auftraggeber

Deutsche Forschungsgemeinschaft , Bonn , DE

Projektzeitraum

01.01.2000 - 31.12.2001

Kontakt
Projektteam

Prof. Dr. Dietmar Harhoff, Ph.D. (Leitung)
Timm Körting
Dr. Fred Ramb

Kooperationspartner

Prof. Stephen Bond, University of Oxford, Nuffield College, Oxford, GB, The Institute for Fiscal Studies (IFS), London, UK
Dr. Heinz Hermann, Deutsche Bundesbank, DE
Prof. Dr. Norbert Schulz, Bayerische Julius-Maximilians Universität Würzburg, Würzburg, DE
Prof. Konrad Stahl, Ph.D., Universität Mannheim, Mannheim, DE
Prof. John Van Reenen, University College London, The Institute for Fiscal Studies (IFS), London, UK