In der aktuellen politischen Diskussion wird von Seiten der Oppositionsparteien verstärkt die Neuauflage einer Vermögensteuer bzw. die Einführung einer einmaligen Vermögensabgabe gefordert. Die Ausweitung der Vermögensbesteuerung soll primär dem Schuldenabbau und einer größeren Verteilungsgerechtigkeit dienen. Zudem wird oftmals angeführt, dass Vermögensteuern im internationalen Vergleich einen zu geringen Beitrag zum Gesamtsteueraufkommen beitragen und folglich die Ausweitung der Vermögensbesteuerung dem internationalen Trend entspricht. Bei genauer Betrachtung erscheint die Erhebung einer Vermögensteuer jedoch als nicht frei von Problemen. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt die folgenden Ziele: Die Reformkonzepte zur Vermögensteuer sollen zunächst in den Kontext der internationalen Entwicklung der Vermögensbesteuerung eingeordnet werden. Dazu wird  eine vergleichende Analyse der Entwicklung der Erbschaftsteuer und der Vermögensteuer in den Ländern der EU sowie in der Schweiz, den USA und in Japan für die Zeit von 1990 bis 2012 vorgenommen. Zudem wird die derzeitige Bedeutung von Steuern auf das Vermögen für das Gesamtsteueraufkommen aufgezeigt. Des Weiteren werden die Auswirkungen der steuerpolitischen Reformvorschläge der Oppositionsparteien auf die effektive Steuerbelastung von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland mit Rückgriff auf den European Tax Analyzer quantifiziert und analysiert und in einen internationalen Steuerbelastungsvergleich eingeordnet, um den Einfluss einer Umsetzung der Reformvorschläge auf die Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich aufzuzeigen. Darüber hinaus werden mit Hilfe von Kapitalkostenberechnungen Investitionsanreize einer Wiederbelebung der Vermögensteuer in Hinblick auf eigenkapitalfinanzierte und grenzüberschreitende Investitionen untersucht. Schließlich werden aus der einschlägigen Literatur Erkenntnisse zu Verteilungswirkungen, Erhebungskosten und möglichen Ausweichreaktionen von Vermögensteuern zusammengetragen und aufbereitet.